Wie ist das IAB-Forum zu dem geworden, was es heute ist? Wie bewerten unsere wichtigsten Stakeholder die Reihe? Wer sind die Menschen hinter dem Medium? Und welchen Herausforderungen sehen sie sich gegenüber? Anlässlich des 20-jährigen Bestehens Jubiläums möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen kurzen Einblick in eigener Sache gewähren.

„Das IAB-Forum steht seit 20 Jahren für wissenschaftliche Exzellenz und klare Kommunikation. Es ist ein tragender Pfeiler für unsere Organisation und ermöglicht uns als Bundesagentur für Arbeit evidenzbasiert, praxisorientiert und zukunftsfähig zu handeln.“
Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit
2005 wurde zusammen mit der damaligen IAB-Direktorin Jutta Allmendinger das „IAB-Forum – Das Magazin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ ins Leben gerufen. Das Print-Magazin war rund 100 Seiten stark und erschien zwei Mal jährlich plus Sonderausgaben. Es war sowohl optisch als auch inhaltlich weit entfernt von den bisherigen Publikationsmedien des IAB.

Bild: Bernhard Ludewig
„Das IAB-Forum sollte ein richtiges Forum werden: ein auch visuell ansprechender Marktplatz der Kommunikation und des Austauschs von gesellschaftlich relevanten Forschungsthemen. Das ist gelungen und glückt bis heute. Happy Birthday!“
Jutta Allmendinger, Direktorin des IAB von 2003 bis 2007
Das IAB zeigte sich im Forum erstmals auch von seiner „menschlichen“ Seite: Porträts stellten herausragende Persönlichkeiten des Instituts vor; in Interviews näherten sich Persönlichkeiten einem Thema sachlich und persönlich; in der Rubrik „Personen“ gab es Neuigkeiten aus der Abteilung „Leute“. Die Rubriken „Projekte“, „Publikationen“ und „Podium“ dokumentierten Forschungsvorhaben, Veröffentlichungen und Veranstaltungen des IAB. Und die Rubrik „Presse“ rundete jede Ausgabe mit einem Blick auf das Medienecho ab.

Bild: DGB | Joanna
Kosowska
„Das IAB-Forum trägt mit klaren Botschaften und unverzichtbaren Inhalten dazu bei, Arbeitsmarktpolitik auf eine verlässliche und fundierte Grundlage zu stellen. Für uns Gewerkschaften ist klar: Forschung, die nachvollziehbar und verständlich aufbereitet wird, bietet Orientierung für gute politische Entscheidungen. Gerade in Zeiten von wirtschaftlichen Veränderungen und Angriffen auf den Sozialstaat ist dieser Anteil am Diskurs wichtiger denn je.“
Anja Piel, Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes
Vom Print-Magazin zur digitalen Plattform
Im Frühjahr 2017 wurde aus dem Print-Magazin ein modernes Online-Format, das flexibel auf aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt reagiert. Der Vorteil für unsere Leser*innen: höhere Aktualität, schneller, kostenloser und weltweiter Zugriff auf die Inhalte, ein multimediales Zusatzangebot in Form von Videos oder interaktiven Grafiken sowie Links auf weitere IAB-Publikationen.

Bild: BDA | Michael Huebner
„Ob Digitalisierung, Fachkräfte oder Transformation – das IAB-Forum begleitet die Entwicklungen am Arbeitsmarkt mit klarem Blick und verlässlichen Daten. Das schafft Orientierung für die Sozialpartner.“
Christina Ramb, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Forschung, die über Grenzen blickt
Der englischsprachige Teil des IAB-Forum erlaubt einem internationalen Publikum einen Einblick in die deutsche Arbeitsmarktforschung. Wie funktioniert hierzulande die Arbeitsmarktpolitik? Welche Ansätze werden verfolgt, um Probleme zu lösen? Was läuft gut? Was nicht so gut?
Wir wählen aus der Forschungsbandbreite des IAB Themen aus, die für die internationale Öffentlichkeit interessant sind. Die Beiträge bereiten wir mit Hilfe von Erläuterungen und Glossarverlinkungen so auf, dass sie für ein internationales Publikum verständlich sind. Der internationale Teil des IAB-Forum stößt besonders beim Europäischen Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen auf Interesse. Es erreichen uns aber auch Anfragen aus der ganzen Welt – von San Francisco bis Shanghai.

„Das IAB-Forum bietet praxisnahe Einblicke in Forschungsergebnisse, die die wissenschaftliche Kompetenz und Analysefähigkeit unserer Studierenden fördern. Für die Forschung an der HdBA liefert es wertvolle Impulse, Datenbezüge und methodische Anregungen für eigene Studienprojekte.“
Andreas Frey, Rektor der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA)
Das IAB-Forum im Wandel der Zeit






Wer steckt eigentlich hinter dem Format?
Die IAB-Forschung produziert viele wichtige und interessante Erkenntnisse. Damit sie im IAB-Forum richtig zur Geltung kommen und noch mehr Menschen erreichen, müssen die Beiträge adressatengerecht aufbereitet werden. Dieser Aufgabe widmet sich die Redaktion des IAB-Forum mit Leidenschaft.











Kuriose Erlebnisse, persönliche Missionen und was einen guten Forumsbeitrag ausmacht – die Redakteurinnen und Redakteure im Interview
Welcher Teil der Arbeit am IAB-Forum erfüllt Sie besonders?
Jutta Winters: Es sind noch immer die Interviews, denen meine besondere Leidenschaft gilt. Schon als Schülerin liebte ich es, meine Mitschüler*innen mit Interviewfragen zu löchern. Das zieht sich durch mein Studium und meine Hörfunk-Ausbildung hin bis zum deutschen und internationalen Teil des IAB-Forums. Ob Mindestlohn oder Migration, Digitalisierung oder demografischer Wandel, Grundeinkommen oder Gender-Pay-Gap. Komplexe Themen lassen sich mit einer Prise menschlicher Note im Frage-und-Antwort-Spiel ein wenig unterhaltsam und locker aufbereiten.
Was macht einen guten Forum-Beitrag aus?
Martin Schludi: Jeder Beitrag braucht eine prägnante Kernbotschaft, eine Aussage, die dem Leser oder der Leserin im Gedächtnis haften bleibt. Deswegen ist ein knackiger und aussagekräftiger Titel so wichtig. Den zu finden, ist nicht immer einfach, aber es ist des Schweißes der Edlen wert.
Was macht eine gute Grafik aus?
Christine Weidmann: Als Redakteurin für „Grafik aktuell“ erstelle ich visuelle Daten-Snacks, die jeweils einen konkreten Sachverhalt veranschaulichen. Eine verständliche Grafik hat eine klare Kernbotschaft, die optisch ansprechend aufbereitet ist, wobei der Spagat zwischen Komplexität und schneller Erfassbarkeit gelingen muss. Keine nötige Information darf wegfallen und gleichzeitig muss der Blick aufs Wesentliche gelenkt werden. Perspektivisch stelle ich mir eine Entwicklung hin zu interaktiven Diagrammen vor.
Gibt es einen Beitrag, der nachdrücklich im Gedächtnis geblieben ist?
Martin Schludi: Ja, eine Reportage, die ich selbst geschrieben habe. Es ging um ein Projekt der Firma Wiegel, die es mit großem Engagement geschafft hat, eine hohe Anzahl von Geflüchteten in ihren Produktionsstätten zu beschäftigen und ihnen so eine Perspektive zu geben. Mein Protagonist war ein Geflüchteter aus Eritrea, der 2014 in Deutschland ankam, und der viele, viele Hindernisse überwinden musste, um hier „wirklich“ anzukommen. Aber am Ende hat er es geschafft. Und die Firma Wiegel hat ganz entscheidend dazu beigetragen. Diese Reportage habe ich wirklich mit Herzblut geschrieben, auch weil ich glaube, dass solche Erfolgsgeschichten viel zu selten erzählt werden. Später hat die Bundesregierung diese Reportage sogar in ihrem Newsletter beworben. Darauf war ich schon ein bisschen stolz.
Haben Sie eine gute Anekdote in Bezug auf das IAB-Forum?
Andrea Kargus: Ich erinnere mich noch lebhaft an die Fotoaufnahmen für eine Ausgabe im Kletterwald, mein erster Ausflug in solche luftigen Höhen. Martin Schludi und ich waren für eine andere Ausgabe auch bei den Aufnahmen im Nürnberger Flughafen im Einsatz. Wir sind dafür aber im Gebäude geblieben und haben uns nicht aufs Rollfeld begeben oder gar ins Cockpit eines Flugzeugs gewagt …
Jutta Winters: Zu den amüsantesten, aber auch körperlich anspruchsvollsten Aufgaben gehörte die Zusammenarbeit mit dem Fotografen in den verschiedensten Fotowelten: So lernte ich für die Ausgabe „Lichtblicke“ viele sonnige Hinterhöfe und schattige Gebäude in Nürnberg-Gostenhof kennen. Für die Ausgabe „Gleichstellung“ platzierten wir Barbie-Puppen auf Spielplatzwippen und ernteten irritierte Blicke von Passanten. Voller Körpereinsatz auf dem Boden und in der Luft und die Freude an der ungewöhnlichen Perspektive gehörten immer dazu. Ob in der Autowerkstatt, im Botanischen Garten, im Ruderclub oder in der Bäckerei.
Welchen Beitrag leistet der internationale Teil?
Jutta Winters: Das IAB blickt über den Tellerrand der deutschen Arbeitsmarktforschung hinaus in die Welt. So blicken auch die internationale Politik, Forschung und Praxis auf Deutschland. Wenn es ähnliche Herausforderungen zu bewältigen gibt, ist der Austausch besonders eng.
Seit Beginn entwickelt sich das Format weiter. Wie sieht die Zukunft aus?
Andrea Kargus: Wir möchten unser Online-Magazin weiterentwickeln hin zu einem ganzheitlichen digitalen Medienprodukt, das Text, Audio und Video mit interaktiven Elementen vereint, um unserer Leserschaft ein noch vielfältigeres Angebot und Nutzungserlebnis machen zu können.
Martin Schludi: Wir müssen, glaube ich, noch stärker daran arbeiten, die Themen in den Vordergrund zu stellen, mit denen wir unsere potenzielle Leserschaft auch in ihrer Breite erreichen. Wir dürfen nie vergessen: Wir schreiben nicht für uns, sondern immer für unsere Leserinnen und Leser! Das muss unsere Richtschnur sein.
Jutta Winters: Multimedial und menschlich. Sicherlich werden weiterhin Porträts und Interviews eine wichtige Rolle spielen, weil Menschen gerne etwas über oder von Menschen erfahren. Das Online-Magazin ist multimedial angelegt. Videos von Veranstaltungen und Interviews und seit kurzem auch Kurzvideos werden immer stärker eingebunden. Podcasts fehlen noch.
DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260121
Vigeant, Christine (2026): Das IAB-Forum feiert sein 20-jähriges Bestehen, In: IAB-Forum 21. Januar 2026, https://iab-forum.de/das-iab-forum-feiert-sein-20-jaehriges-bestehen/, Abrufdatum: 21. January 2026
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Autoren:
- Christine Vigeant

Christine Vigeant ist Pressereferentin im Geschäftsbereich „Medien und Kommunikation“ am IAB.