Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. Einige Frühindikatoren verbessern sich. So hat sich das Geschäftsklima im Februar aufgehellt. Insbesondere im Baubereich gibt es positive Impulse. Am Arbeitsmarkt bleibt die konjunkturelle Schwäche der vergangenen Jahre aber noch sichtbar.

Außenwirtschaftliches Umfeld

Das außenwirtschaftliche Umfeld hat sich zum Jahresende 2025 leicht verbessert. Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist im vierten Quartal aber nur noch um 0,4 Prozent gewachsen, nach 1,1 Prozent im Quartal zuvor. Die US-Wirtschaft leidet weiter unter einem schwachen Arbeitsmarkt und Preiserhöhungen aufgrund der dortigen Zollpolitik. In China hat das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 1,2 Prozent (+1,1% im Vorquartal) zugenommen. In der Eurozone ist die Wirtschaft im vierten Quartal um 0,3 Prozent (+0,3% im Vorquartal) gewachsen. Aktuell bestehen erneut Unsicherheiten über den zollpolitischen Kurs der USA. Sowohl für die USA als auch für China und die Eurozone haben sich die Konjunkturerwartungen im Februar für die nächsten Monate wieder etwas eingetrübt, nachdem sie sich in den Vormonaten noch verbessert hatten. Dabei liegen die Erwartungen für die USA knapp im negativen Bereich, für China und die Eurozone dagegen deutlich im positiven Bereich.

Außenhandel

Der deutsche Außenhandel ist nach wie vor schwach. Die teilweise wieder anziehende Weltwirtschaft hat die Exporte aus Deutschland im Gesamtjahr 2025 nur wenig beleben können, auch wenn sich diese zum Jahresende verbessern konnten: Im Dezember sind die Exporte gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent gestiegen, die Importe um 1,4 Prozent. Die Exportwirtschaft wird weiter durch den starken Euro und die Unsicherheiten über die Einfuhrzölle in die USA belastet. Dementsprechend verhalten ist auch die Entwicklung der Produktion in der Industrie. Sie hat im Dezember wieder nachgegeben, nachdem sie sich in den beiden Vormonaten noch erholt hatte. Die Exporterwartungen haben sich im Februar dennoch aufgehellt und liegen nun im positiven Bereich.

Investitionen

Bei den Investitionen gibt es Anzeichen einer Belebung. Zwar haben die Umsätze für Investitionsgüter im Dezember wieder nachgegeben, nachdem sie drei Monate in Folge zugelegt hatten, aber die Auftragseingänge für Investitionsgüter sind im Dezember kräftig gestiegen. Positive Impulse gab es vor allem im Baubereich. Die Produktion im Baugewerbe hat im Dezember ein Jahreshoch erreicht und die Baugenehmigungen haben im Jahresverlauf 2025 deutlich zugenommen. Auch das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hat sich im Februar weiter verbessert.

Konsum

Die Konsumnachfrage hat sich leicht belebt. Die Inflationsrate lag im Januar bei 2,1 Prozent. Insbesondere Nahrungsmittel haben sich verteuert. Da die Reallöhne im vergangenen Jahr gestiegen sind, hat sich auch die Kaufkraft verbessert. Die realen Einzelhandelsumsätze haben im Dezember zugelegt. Die Sparneigung ist aber aufgrund bestehender Unsicherheiten weiter hoch. Das Geschäftsklima im Handel hat etwas nachgegeben. Auch das Konsumklima hat sich wieder leicht eingetrübt, nachdem es sich im Vormonat noch erholt hatte.

Arbeitsmarkt

Die schwache Konjunktur ist weiterhin am Arbeitsmarkt sichtbar: Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit steigt im Februar geringfügig. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik umfasst, geht etwas zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Dezember wieder leicht gestiegen, nach einem Rückgang im Monat zuvor. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer trübt sich im Februar zum dritten Mal in Folge ein und liegt nun mit einem Stand von 99,5 Punkten knapp unter der neutralen Marke von 100 Punkten.

 

DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260227.01

Gartner, Hermann; Weber, Enzo (2026): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Februar 2026, In: IAB-Forum 27. Februar 2026, https://iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-februar-2026/, Abrufdatum: 27. February 2026

 

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