Zum Jahresende fehlte es der deutschen Volkswirtschaft weiterhin an Schwung. Im dritten Quartal 2025 stagnierte das deutsche Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt. Für das Gesamtjahr ist nur ein leichtes Plus zu erwarten. Die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten Monate haben sich im Dezember wie bereits im Vormonat eingetrübt. Die schwache Konjunktur spiegelt sich weiterhin auch am Arbeitsmarkt wider. Für das Jahr 2026 ist eine allmähliche Erholung zu erwarten.

Außenwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft entwickelt sich derzeit verhalten, wobei sich die Entwicklung einzelner Volkswirtschaften unterscheidet. Positive Impulse kamen von einigen größeren Schwellenländern. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA ist zwar im dritten Quartal um 1,1 Prozent gewachsen, aber die Wirtschaft leidet weiter unter einem schwachen Arbeitsmarkt und Preiserhöhungen aufgrund der dortigen Zollpolitik. Die Konjunkturerwartungen für die USA verbessern sich, aber sie bleiben im negativen Bereich. In China wuchs das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal ebenfalls um 1,1 Prozent, sowohl die Konsumnachfrage als auch die Investitionen bleiben aber schwach. Die Einschätzung der Konjunkturaussichten für China hat sich zuletzt verbessert. In der Eurozone ist die Wirtschaft im dritten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen. Hier haben sich die Erwartungen für die nächsten Monate etwas aufgehellt und sind deutlich im positiven Bereich.

Außenhandel

Der deutsche Außenhandel bleibt kraftlos. Die Exportwirtschaft wird durch die nun höheren Einfuhrzölle in die USA belastet, aber auch durch die allgemein schwierige Wettbewerbssituation. Im ersten Halbjahr konnten die Exporte kalender- und saisonbereinigt zwar noch zulegen. Im dritten Quartal sind sie jedoch wieder um 0,7 Prozent zurückgegangen, während die Importe sich nicht änderten. Im Oktober blieben die Exporte gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Die Exporterwartungen im verarbeitenden Gewerbe haben sich im Dezember nach einem Dämpfer wieder leicht aufgehellt.

Investitionen

Im dritten Quartal nahmen die Investitionen in Ausrüstungen im Vergleich zum Vorquartal zu. Die Investitionen profitierten unter anderem von besseren Finanzierungsbedingungen aufgrund der geringeren Leitzinsen, aber auch von besseren Abschreibungsbedingungen durch das Sofortprogramm des Bundes. Im Oktober hat die Produktion von Investitionsgütern wie im Vormonat weiter zugenommen. Auch die Auftragseingänge für Investitionsgüter haben sich erholt. Die Bauinvestitionen haben dagegen im dritten Quartal einen Dämpfer erlitten: Die Produktion im Bauhauptgewerbe hat zwar im Oktober zugelegt. Die Auftragseingänge haben sich aber wieder abgeschwächt, nachdem sie drei Monate in Folge zugenommen hatten. Die Zahl der Baugenehmigungen ist im Oktober gegenüber dem Vormonat gesunken, liegt aber weiter über dem Vorjahreswert. Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe zeigte sich im Dezember unverändert und bleibt damit im Minus.

Konsum

Auch der private Konsum bleibt ohne Schwung. Die Inflationsrate im November lag bei 2,3 Prozent. Insbesondere Dienstleistungen verteuerten sich, die Preise für Energie gingen dagegen gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit ist die Sparneigung zuletzt erneut angestiegen. Das hat auch zur Eintrübung des Konsumklimas beigetragen. Die Umsätze im Gastgewerbe haben sich im Oktober dennoch etwas erholt. Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat im Dezember zum zweiten Mal in Folge abgenommen.

Arbeitsmarkt

Die schwache Konjunktur zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit stieg im Dezember erneut leicht an. Die Unterbeschäftigung dagegen, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik umfasst, ging zum dritten Mal in Folge zurück. Der Bestand gemeldeter Stellen stabilisierte sich auf niedrigem Niveau. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung blieb im Oktober unverändert, nachdem sie im Vormonat leicht gestiegen war. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer trübt sich im Dezember nach einer leichten Erholung im Vormonat wieder etwas ein. Dabei bleibt es mit einem Stand von 100,1 Punkten weiter dicht bei der neutralen Marke von 100 Punkten.

 

DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260107.01

Gartner, Hermann; Weber, Enzo (2026): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Dezember 2025, In: IAB-Forum 7. Januar 2026, https://iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-dezember-2025/, Abrufdatum: 8. January 2026

 

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