Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2025 preisbereinigt um 0,2 Prozent gestiegen. Der Außenhandel blieb schwach, positive Impulse gab es bei den Investitionen. Zum Auftakt des Jahres 2026 bleibt das Geschäftsklima unverändert. Die schwache Konjunktur spiegelt sich weiterhin am Arbeitsmarkt wider. Auch dort ändert sich die Lage derzeit wenig.   

Außenwirtschaftliches Umfeld

Das außenwirtschaftliche Umfeld hat sich im vergangenen Jahr leicht verbessert, trotz Unsicherheiten aufgrund der Zollpolitik der USA. Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist zwar im dritten Quartal um 1,1 Prozent gewachsen, aber die Wirtschaft leidet weiter unter einem schwachen Arbeitsmarkt und Preiserhöhungen aufgrund der dortigen Zollpolitik. Die Konjunkturerwartungen für die USA verbessern sich im Januar zum zweiten Mal in Folge und sind nur noch knapp im negativen Bereich. In China hat das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 1,2 Prozent (+1,1% im Vorquartal) zugenommen, sowohl die Konsumnachfrage als auch die Investitionen bleiben aber schwach. Die Einschätzung der Konjunkturaussichten für China bleibt positiv, aber unverändert. In der Eurozone ist die Wirtschaft im dritten Quartal mit 0,3 Prozent gewachsen. Hier haben sich die Erwartungen für die nächsten Monate erneut aufgehellt und sind deutlich im positiven Bereich.

Außenhandel

Im Jahr 2025 zeigte sich der deutsche Außenhandel wie im Vorjahr schwach. Die Importe stiegen um 3,6 Prozent, die Exporte sanken jedoch um 0,3 Prozent. Die teilweise wieder anziehende Weltwirtschaft hat die Exporte aus Deutschland nicht beleben können. Die Exportwirtschaft wird durch die nun höheren Einfuhrzölle in die USA belastet, aber auch durch die allgemein schwierige Wettbewerbssituation. Dementsprechend verhalten war 2025 auch die Entwicklung der Produktion in der Industrie, obgleich sie sich zuletzt etwas erholt hatte. Auch die Exporterwartungen im verarbeitenden Gewerbe haben sich im Januar wie schon im Vormonat leicht aufgehellt.

Investitionen

Die Investitionen stiegen im vergangenen Jahr um 3,0 Prozent, wobei hier auch die Vorratsänderungen zum Plus beitrugen. Die Ausrüstungsinvestitionen sanken gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent, die Bauinvestitionen um 0,9 Prozent. Investitionen in sonstige Anlagen stiegen dagegen um 3,8 Prozent. Die Investitionen profitierten zwar von besseren Finanzierungsbedingungen aufgrund der geringeren Leitzinsen sowie von den Abschreibungsmöglichkeiten durch das Sofortprogramm des Bundes. Es bestehen aber auch Unsicherheiten, etwa aufgrund der US-Handelspolitik. Dennoch hat im Oktober die Produktion von Investitionsgütern wieder deutlich zugenommen. Auch die Auftragseingänge für Investitionsgüter haben sich kräftig erholt. Die Produktion im Bauhauptgewerbe hat zwar im November etwas nachgegeben. Die Auftragseingänge haben sich aber wieder erhöht und folgen damit einem sich seit Mitte 2024 erholendem Trend. Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hat sich im Januar etwas aufgehellt.

Konsum

Der Konsum legte im vergangenen Jahr zu. Die privaten Konsumausgaben haben dabei um 1,4 Prozent, die staatlichen Konsumausgaben um 1,5 Prozent zugenommen. Die Inflationsrate war mit durchschnittlich 2,2 Prozent so hoch wie im Vorjahr. Insbesondere Dienstleistungen verteuerten sich. Die Energiepreise gingen dagegen zurück. Da die Reallöhne im vergangenen Jahr gestiegen sind, hat sich auch die Kaufkraft verbessert. Die Sparneigung ist aber aufgrund bestehender Unsicherheiten weiter hoch. So hat sich die Konsumnachfrage nur leicht belebt. Das Konsumklima hat sich im Lauf der zweiten Jahreshälfte 2025 eingetrübt. Zum Jahresbeginn hat es sich wieder leicht verbessert.  

Arbeitsmarkt

Die schwache Konjunktur zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bleibt im Januar konstant, wobei die konjunkturnähere SGB-III-Arbeitslosigkeit leicht sinkt. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik umfasst, geht zum vierten Mal in Folge zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im November wieder gesunken, nachdem sie zwei Monate leicht gestiegen war. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer trübt sich im Januar wie im Vormonat leicht ein. Dabei bleibt es mit einem Stand von 100,1 Punkten weiter dicht bei der neutralen Marke von 100 Punkten.

 

DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260130.01

Gartner, Hermann; Weber, Enzo (2026): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Januar 2026, In: IAB-Forum 30. Januar 2026, https://iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-januar-2026/, Abrufdatum: 30. January 2026

 

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