Nachdem im vierten Quartal 2025 die wirtschaftlichen Aktivitäten zugenommen haben, bringen die Auswirkungen des Iran-Krieges einen kräftigen Gegenwind für die beginnende Erholung mit sich. So dämpfen Energiepreiserhöhungen die Kaufkraft. Auch das Geschäftsklima hat sich merklich verschlechtert. Am Arbeitsmarkt bleibt die konjunkturelle Schwäche der vergangenen Jahre sichtbar.  

Außenwirtschaftliches Umfeld

Das außenwirtschaftliche Umfeld hat sich im Vorjahr noch leicht verbessert. Das Bruttoinlandsprodukt der USA hat zwar an Dynamik verloren, ist aber im vierten Quartal noch um 0,2 Prozent gewachsen. Die US-Wirtschaft leidet weiter unter einem schwachen Arbeitsmarkt und Preiserhöhungen aufgrund der dortigen Zollpolitik. In China hat das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 1,2 Prozent zugenommen. In der Eurozone ist die Wirtschaft im vierten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen. Wie stark die Weltwirtschaft nun durch den Iran-Krieg beeinträchtigt wird, hängt insbesondere von der Dauer des Konflikts ab. Ein kürzerer Konflikt könnte von der Wirtschaft gut abgefedert werden, da noch auf Lagerbestände zugegriffen werden kann und sich die Energiepreise schnell wieder normalisieren könnten. Steigende Energiepreise belasten aber bereits jetzt die Wirtschaft. Bei einem längeren Konflikt würden weltweite Lieferketten beeinträchtigt und Betriebe, die auf Importgüter angewiesen sind, müssten ihre Aktivitäten einschränken.

Sollten Länder wie China, die mehr Importe aus dem Iran oder über die Straße von Hormus erhalten, wirtschaftlich in Mitleidenschaft gezogen werden, könnte die Nachfrage für die exportabhängige Industrie in Deutschland weiter geschwächt werden. Die konjunkturellen Erwartungen für die nächsten Monate sind für die USA, den Euroraum und für China bereits eingebrochen.

Außenhandel

Der deutsche Außenhandel ist nach wie vor schwach. Die teilweise wieder anziehende Weltwirtschaft hat die Exporte aus Deutschland bislang nur wenig beleben können. Im Dezember sind die Exporte gegenüber dem Vormonat zwar gestiegen, haben im Januar aber wieder etwas nachgegeben. Die Exportwirtschaft wird durch den starken Euro und die Unsicherheiten über die Einfuhrzölle in die USA belastet. Hinzu kommen nun Unsicherheiten über die Entwicklung des Irankrieges. Die schwachen Exporte tragen auch zur verhaltenen Entwicklung der Produktion in der Industrie bei. Sie hat im Januar wie bereits im Vormonat nachgegeben. Die Exporterwartungen haben sich im März nach einer Erholung im Vormonat eingetrübt und liegen nun wieder knapp im negativen Bereich.

Investitionen

Die Investitionstätigkeit hat sich zum Ende des Vorjahres noch verstärkt, wozu vor allem die Bauinvestitionen beigetragen haben. Am aktuellen Rand gibt es nun uneinheitliche Signale. Die Umsätze für Investitionsgüter haben im Januar deutlich zugelegt, aber die entsprechenden Auftragseingänge haben im Januar wieder nachgegeben, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gestiegen waren. Im Baugewerbe hat die Produktion im Januar einen Dämpfer erlitten, wozu auch die Witterung beigetragen haben dürfte. Die Baugenehmigungen haben dagegen wieder zugenommen. Die Erwartungen für die nächsten Monate haben sich im Bauhauptgewerbe aber verschlechtert.

Konsum

Auch die Konsumnachfrage hat sich Ende des Vorjahres leicht belebt. Da die Reallöhne im vergangenen Jahr gestiegen sind, hat sich auch die Kaufkraft verbessert. Die realen Einzelhandelsumsätze haben im Januar aber wieder nachgegeben, nachdem sie im Dezember noch zugelegt hatten. Die Inflationsrate lag im Februar bei 1,9 Prozent. Die aktuell höheren Energiepreise belasten nun aber die Kaufkraft und stehen einer stärkeren Belebung der Konsumnachfrage im Wege. Auch die Sparneigung ist aufgrund bestehender Unsicherheiten weiter hoch. So hat sich sowohl das Konsumklima der Verbraucher als auch das Geschäftsklima im Handel deutlich eingetrübt.

Arbeitsmarkt

Die Wirtschaftsschwäche bleibt auch am Arbeitsmarkt sichtbar. Nachdem die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Monaten leicht zugenommen hat, stagniert sie im März. Dabei steigt die Arbeitslosigkeit im konjunkturnäheren SGB-III-Bereich (Arbeitslosenversicherung), während sie im SGB-II-Bereich (Grundsicherung) sinkt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank im Januar saisonbereinigt wieder deutlich, nachdem sie im Vormonat noch leicht zugenommen hatte. Die Erwerbstätigkeit nahm im März erneut ab. Der Bestand an gemeldeten offenen Stellen sank im März, nachdem er im Vormonat kräftig gestiegen war. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer gibt im März erneut leicht nach. Es bleibt knapp unter der neutralen Marke. Damit ist in den nächsten Monaten noch nicht mit einer Trendwende am Arbeitsmarkt zu rechnen.

 

DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260331.01

Gartner, Hermann; Weber, Enzo (2026): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – März 2026, In: IAB-Forum 31. März 2026, https://iab-forum.de/einschaetzung-des-iab-zur-wirtschaftlichen-lage-maerz-2026/, Abrufdatum: 31. March 2026

 

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