
Der Anteil der Beschäftigten, die in Betrieben mit Branchentarifvertrag arbeiten, lag im Jahr 2025 bei 42 Prozent und damit rund ein Viertel niedriger als vor 30 Jahren. In Westdeutschland arbeiteten hochgerechnet rund 43 Prozent und in Ostdeutschland etwa 34 Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb, der einem Branchentarifvertrag unterlag. Die Tarifbindung insgesamt ist seit dem Jahr 2022 relativ stabil geblieben. Der langfristige Rückgang ist vor allem auf das Nachlassen der Branchentarifbindung in der Privatwirtschaft zurückzuführen, im öffentlichen Sektor blieb sie im betrachteten Zeitraum weitgehend stabil. Haustarifverträge galten für 6 Prozent der westdeutschen und 11 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten (nicht in der Grafik abgebildet). Der Anteil der Betriebe, die an Branchentarifverträge gebunden sind, fällt hingegen deutlich niedriger aus als der Anteil der davon erfassten Beschäftigten: Im Westen sind es lediglich rund 24 Prozent, im Osten rund 16 Prozent. Haus- oder Firmentarifverträge gelten wiederum nur für 2 Prozent der Betriebe in West- und in Ostdeutschland. Alle anderen – also etwa 75 Prozent der westdeutschen und 82 Prozent der ostdeutschen Betriebe – sind nicht tarifgebunden. Dabei handelt es sich vor allem um kleinere Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigen, die in Deutschland 65 Prozent aller Betriebe ausmachen. Allerdings arbeiten in diesen Betrieben aufgrund der geringen Größe insgesamt lediglich 14 Prozent der Beschäftigten. Die hier dargestellten Daten stammen aus dem IAB-Betriebspanel. Dafür werden seit 1996 jährlich 15.500 Betriebe in West- und Ostdeutschland befragt - über alle Wirtschaftszweige und Größenklassen hinweg. Erhoben werden unter anderem Informationen zur Tarifbindung und zur betrieblichen Interessenvertretung. Seit 1999 wird auch erfasst, ob sich ein Betrieb freiwillig an einem Branchentarifvertrag orientiert. Weitere aktuelle Ergebnisse zu diesem Thema finden Sie auf der IAB-Website unter „Daten zur Tarifbindung und betrieblichen Interessenvertretung“.
