
Im Dezember 2024 arbeiteten bundesweit 52 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen nicht in Vollzeit, bei Männern waren es nur 14 Prozent. Über alle und beruflichen Anforderungsniveaus hinweg waren Frauen häufiger in Teilzeit beschäftigt als Männer. Besonders bemerkenswert ist, dass sich bei den Männern insgesamt ein eher C-förmiges Muster zeigt: Die Teilzeitquote ist bei den Helfern am höchsten; die zweithöchste Quote findet man bei den Experten; Fachkräfte und Spezialisten liegen dazwischen. Bei den Frauen steigen die Teilzeitquoten mit abnehmendem Anforderungsniveau: Am höchsten ist die Teilzeitquote auf dem Helferniveau, gefolgt von den Fachkräften und am niedrigsten – nahezu gleichauf – auf dem Spezialisten- und Expertenniveau. Wenn man die Teilzeitquoten zwischen den verschiedenen Berufssegmenten vergleicht (siehe Abbildung sowie für alle 14 Berufssegmente die Datentabelle auf der IAB-Website), findet man dieses Muster zum Beispiel in den sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen. Es gibt aber auch andere Muster. So sind die Teilzeitquoten in den Fertigungsberufen insgesamt sehr niedrig. Sowohl für Männer als auch für Frauen ergeben sich mit steigendem Anforderungsniveau steigende Teilzeitquoten: Diese sind bei den Experten und Spezialisten höher als bei den Helfern und Fachkräften. Das häufigste Muster bilden jedoch sinkende Quoten bei steigendem Anforderungsniveau – und zwar für beide Geschlechter. So sind die Teilzeitquoten in den Handelsberufen beispielsweise bei den Helfern am höchsten und bei den Experten am niedrigsten. Insgesamt lässt sich festhalten: Frauen arbeiten in allen Berufen und Anforderungsniveaus deutlich häufiger in Teilzeit als Männer, selbst dort, wo Teilzeitarbeit gleichermaßen möglich ist. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind Betreuung und Weiterbildung wichtige Gründe für Teilzeitarbeit. Beschäftigte nennen jedoch hauptsächlich den „Wunsch nach Teilzeit“ und „andere Gründe“. Viele Frauen möchten in bestimmten Lebensphasen flexibler arbeiten, ohne sich an der 40-Stunden-Woche zu orientieren. Gleichzeitig wandelt sich das traditionelle Ernährermodell: Auch Männer wünschen sich zunehmend eine fairere Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit. Der Rechtsanspruch auf Teilzeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute so viele Frauen erwerbstätig sind. Einschränkungen in diesem Bereich erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und können dazu führen, dass Frauen vom Arbeitsmarkt verdrängt werden. Stattdessen sollten bessere politische und betriebliche Rahmenbedingungen die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen und eine ausgewogene Balance zwischen Erwerbstätigkeit und Sorgearbeit für beide Geschlechter ermöglichen. Nur wenn auch Männer von klassischer Vollzeit abweichen können, haben Frauen die gleiche Chance auf Teilhabe am Arbeitsmarkt.
