Das Balkendiagramm zeigt für jedes Bundesland den Anteil der befragten Migrantinnen und Migranten mit Auswanderungsüberlegungen sowie mit konkreten Auswanderungsplänen in Prozent. Zusätzlich ist der bundesweite Durchschnitt für beide Größen sowie die dazugehörigen 95-%-Konfidenzintervalle dargestellt. Mehr Informationen dazu entnehmen Sie bitte dem begleitenden Text. Die Daten stammen aus der repräsentativen Online-Befragung von eingewanderten Personen in Deutschland „International Mobility Panel of Migrants in Germany“ (IMPa) (Feldphase Ende 2024 bis Anfang 2025), und sind gewichtet (N = 41.608).

Die Ergebnisse der IAB-Online-Personenbefragung „International Mobility Panel of Migrants in Germany“ (IMPa), die Ende 2024 und Anfang 2025 durchgeführt wurde, gibt unter anderem Aufschluss über die Auswanderungsüberlegungen und konkreten Auswanderungspläne von Migrantinnen und Migranten in Deutschland.

Im bundesweiten Durchschnitt gaben rund 26 Prozent der Befragten an, in den letzten 12 Monaten darüber nachgedacht zu haben, Deutschland wieder zu verlassen. Besonders hoch sind diese Anteile in Berlin (35 %), Brandenburg (31 %) und dem Saarland (30 %), während die niedrigsten Werte in Mecklenburg-Vorpommern (23 %), Bremen (20 %) und Schleswig-Holstein (19 %) zu beobachten sind.

Konkrete Auswanderungspläne werden insgesamt seltener genannt. Der bundesweite Durchschnitt liegt hier bei 3 Prozent. Die höchsten Anteile finden sich in Mecklenburg-Vorpommern (9 %), dem Saarland (7 %) und Thüringen (4 %). Demgegenüber sind die Anteile der Befragten mit konkreten Auswanderungsplänen mit jeweils rund 2 Prozent in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen am niedrigsten.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die Konfidenzintervalle bei den konkreten Auswanderungsplänen relativ größer ausfallen als bei den reinen Auswanderungsüberlegungen. Dies gilt insbesondere für Bundesländer mit geringerer Bevölkerungszahl, da hier die statistische Unsicherheit aufgrund kleinerer Fallzahlen höher ist.

Auffällig sind auch hier die regionalen Abweichungen vom bundesweiten Muster: in Mecklenburg-Vorpommern haben Migrant*innen im Vergleich zum Durchschnitt häufiger konkrete Auswanderungspläne, wohingegen der Anteil derer, die lediglich Überlegungen dazu anstellten, unter dem Durchschnitt liegt. In Brandenburg ist es umgekehrt: Der Anteil der Migrant*innen mit Auswanderungsüberlegungen ist überdurchschnittlich, während der Anteil derjenigen mit konkreten Plänen leicht unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

Bremen und Schleswig-Holstein weisen sowohl vergleichsweise niedrige Anteile bei den Überlegungen als auch bei den konkreten Plänen auf. Demgegenüber zeigen Berlin, das Saarland und Hamburg jeweils vergleichsweise hohe Werte in beiden Dimensionen. Insgesamt ist der Zusammenhang zwischen Auswanderungsüberlegungen und konkreten Auswanderungsplänen auf regionaler Ebene schwach ausgeprägt.

Darüber hinaus zeigt die Befragung, dass bei Personen, die in den vergangenen 12 Monaten bereits über eine Abwanderung nachgedacht haben, eine um rund 15 Prozentpunkte (signifikant) höhere Wahrscheinlichkeit besteht, eine Auswanderung in den folgenden zwölf Monaten zu planen. Auch dieser Befund bestätigt, dass Auswanderungsüberlegungen nur begrenzt in konkrete kurzfristige Planungen münden.

Die hier dargestellten Unterschiede zwischen den Bundesländern sind mit Vorsicht zu interpretieren, da sich die befragten Personengruppen von Bundesland zu Bundesland zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Das gilt etwa bezüglich Herkunft, Aufenthaltsdauer, Qualifikation oder Migrationsmotiven. Zudem können Selektions- und Sortierungseffekte die Ergebnisse beeinflussen: Migrant*innen wechseln auch innerhalb Deutschlands ihren Wohnort – sie lassen sich in bestimmten Bundesländern nieder, ziehen jedoch später gezielt in andere Bundesländer weiter. Insofern spiegeln die beobachteten regionalen Unterschiede nicht ausschließlich standortspezifische Effekte wider.

Autorin und Autoren

 

DOI: 10.48720/IAB.FOO.GA.20260123.01