12. März 2026 | Serie „Arbeitskräftesicherung“
IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf 4/2025: Die Zahl der offenen Stellen konsolidiert sich auf niedrigerem Niveau
Laut den Daten aus der IAB-Stellenerhebung gab es im vierten Quartal 2025 bundesweit 1,26 Millionen offene Stellen (siehe Abbildung 1). Im Vergleich zum Höchststand mit fast 2 Millionen offenen Stellen im vierten Quartal 2022 ist dies ein deutlicher Rückgang (minus 37 Prozent). Auch im Vorjahresvergleich – also zum vierten Quartal 2024 – fällt dieses Minus mit 146.100 Stellen oder rund 10 Prozent immer noch beträchtlich aus. Davon entfallen 110.000 offenen Stellen auf Westdeutschland (-9,6 Prozent) und 36.100 auf Ostdeutschland (-13,8 Prozent). Gegenüber dem Vorquartal (3/2025) lag die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal 2025 bundesweit nun jedoch um rund 224.100 Stellen oder 22 Prozent höher. Dieser Anstieg an offenen Stellen ist dabei etwa zur Hälfte auf die üblichen Saisoneffekte zurückzuführen (ohne Abbildung).
Die Zahl der offenen Stellen setzt sich dabei aus den der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten sowie den über andere Suchkanäle ausgeschriebenen offenen Stellen zusammen. Von den 1,26 Millionen offenen Stellen waren im vierten Quartal des Jahres 2025 laut Angaben der Betriebe 521.000 der BA gemeldet. Dies entspricht einer Meldequote von 41 Prozent.
Alexander Kubis zeigt in einem am 5. März 2025 ebenfalls im IAB-Forum publizierten Beitrag, dass die betrieblichen Beschäftigungserwartungen für die nahe Zukunft nach zuletzt sehr starken Rückgängen nun wieder leicht nach oben weisen. Diese leichte Erholung des Arbeitsmarktes auf niedrigem Niveau zeigt sich sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. Dazu passt, dass in Westdeutschland nun 191.800, in Ostdeutschland 32.300 offene Stellen mehr berichtet werden als noch im dritten Quartal 2025.
Insgesamt ist der deutsche Arbeitsmarkt nach wie vor erheblichen Abwärtsrisiken ausgesetzt. Der mittel- bis langfristige Rückgang an offenen Stellen ist vor allem der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation geschuldet. Die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, die internationalen Zollkonflikte, aber auch strukturelle Probleme im Inland haben das Wirtschaftswachstum in Deutschland deutlich gebremst. Neben konjunkturellen Einflüssen wird die Arbeitsmarktdynamik auch in den kommenden Jahren durch tiefgreifende und langfristig wirksame Transformationsprozesse geprägt: Digitalisierung, demografischer Wandel und Dekarbonisierung. Wie Christian Hutter und Enzo Weber in einem aktuellen Beitrag für das IAB-Forum zeigen, wirken sich diese Prozesse zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus und trugen zuletzt nach Einschätzung der Arbeitsagenturen zunehmend zum Anstieg der Arbeitslosigkeit bei. Bernd Fitzenberger und Christian Kagerl weisen in einem 2025 veröffentlichten IAB-Forschungsbericht darauf hin, dass die lahmende Produktivitätsentwicklung, insbesondere in der Industrie, in Verbindung mit einer schwächelnden Exportnachfrage auf einen Rückgang der deutschen Wettbewerbsfähigkeit schließen lässt.
Hermann Gartner und andere sprechen in ihrer IAB-Konjunkturprognose für 2025/2026 in diesem Zusammenhang von einer Transformationskrise, die seit drei Jahren mit einer rezessiven Phase der deutschen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes einhergeht. Die aktuellen Fiskalpakete, so ihre Einschätzung, dürften hier entgegenwirken und der Wirtschaft spürbare Impulse geben, was sich voraussichtlich in einem stärkeren Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 niederschlägt. Dies dürfte auch den Arbeitsmarkt wieder stützen. Gleichwohl bleibt die wirtschaftliche Lage gerade für Betriebe, die in die USA exportieren, derzeit besonders schwierig, wie Ute Leber und andere in einem kürzlich erschienenen Beitrag für das IAB-Forum belegen.
Insgesamt zeichnen die Indikatoren zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation trotz der Unsicherheiten aufgrund der Zollpolitik der USA aber ein leicht verbessertes Bild. Wie Hermann Gartner und Enzo Weber in der Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage im Januar 2026 schreiben, bleibt die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit im Januar konstant, wobei die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung (SGB III), die stärker von der Konjunktur abhängt als die Zahl der Grundsicherungsbeziehenden, leicht sinkt.
Die Autoren des IAB-Arbeitsmarktbarometers vom Januar 2026 weisen indes darauf hin, dass „angesichts der Verluste in der Industrie“ ein klarer Aufschwung am Arbeitsmarkt noch nicht absehbar ist. Die derzeitigen Rahmenbedingungen lassen keine anhaltend steigenden Beschäftigungszuwächse erwarten. Vielmehr wurde im Januar 2026 die psychologisch wichtige Schwelle von drei Millionen Arbeitslosen nach fast 11 Jahren wieder überschritten.
Der Bausektor sendet erste positive Signale
In vielen Branchen ist das Stellenangebot – trotz Anstieg gegenüber dem Vorquartal– gegenüber dem Vorjahresquartal nach wie vor rückläufig (siehe Abbildung 2). Die Entwicklung der offenen Stellen im Jahresvergleich variiert dabei sehr stark von Branche zu Branche.
Der Wirtschaftszweig „unternehmensnahe Dienstleistungen“ verzeichnet im Vergleich zum Vorjahresquartal den stärksten absoluten Rückgang von rund 62.000 Stellen unter den hier aufgeführten Wirtschaftsbereichen. Die Zahl der offenen Stellen fällt in dieser Branche um 17 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal (die Gruppe der „unternehmensnahen Dienstleistungen“ setzt sich zusammen aus den Wirtschaftsabschnitten „Grundstücks- und Wohnungswesen“, „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ sowie der „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“, zu letzterer gehört unter anderem der Bereich Arbeitnehmerüberlassung).
Eine weitere Branche mit einem starken absoluten Rückgang sind die „Sonstigen Dienstleistungen“. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel das Gastgewerbe oder das Gesundheits- und Sozialwesen. Die Zahl der offenen Stellen im Wirtschaftszweig „Sonstige Dienstleistungen“ fällt um 42.000 offene Stellen beziehungsweise 11 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal. Darüber hinaus ist im vierten Quartal 2025 der gegenüber dem Vorjahresquartal zu beobachtende bundesweite Stellenrückgang auch durch erhebliche absolute Rückgänge im Bereich „Information und Kommunikation“ getrieben.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das Stellenangebot im Baugewerbe nach drei Jahren nun erstmals wieder gestiegen (um 17.000 offenen Stellen). In der Branche „Handel und KFZ-Reparatur“ markiert das leichte Plus von 7.000 offenen Stellen gegenüber dem Vorjahresquartal den ersten Anstieg seit dem ersten Quartal 2024. In der „Land- und Forstwirtschaft“, den „Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ sowie der „öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung“ und dem Bereich „Bergbau/Energie/Wasser/Abfall“ bleibt das Stellenniveau in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Gegenüber dem Vorquartal ist ein leichter Anstieg der offenen Stellen in fast allen Branchen zu beobachten (ohne Abbildung). Alexander Kubis zeigt in einem jüngst erschienenen Beitrag im IAB-Forum, dass sich der Anstieg gegenüber dem Vorquartal insgesamt rund zur Hälfte auf saisonale Faktoren zurückzuführen lässt. Der darüberhinausgehende messbare Anstieg an offenen Stellen spricht zunächst für eine langsame Stabilisierung des Arbeitsmarktes, wenn auch das Niveau weiterhin unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt.
Allerdings unterscheiden sich die hier ausgewiesenen Branchen in ihrer absoluten Größe zum Teil sehr stark voneinander. Daher kann eine vergleichsweise kleine absolute Veränderung in einer kleinen Branche (beispielsweise dem Bergbau) einer relativ starken prozentualen Veränderung entsprechen, wenn man diese in Bezug zur Gesamtzahl der offenen Stellen in dieser Branche setzt. Angesichts der geringen Fallzahlen für kleine Branchen ist hier jedoch von einer relativ hohen statistischen Unsicherheit auszugehen.
Personalnachfrage ist in allen drei Betriebsgrößenklassen weiterhin rückläufig
Die Entwicklung der offenen Stellen zeigt für die in der IAB-Stellenerhebung ausgewerteten Betriebsgrößenklassen nach wie vor ein eindeutiges Bild (siehe Abbildung 3). Der Rückgang bei den offenen Stellen im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal betrifft weiterhin am stärksten kleinere Betriebe (die ausgewiesenen Zahlen beziehen sich auf das gesamte Stellenangebot in der jeweiligen Größenklasse, nicht auf einzelne Betriebe). Der Bestand an offenen Stellen für Betriebe mit weniger als 50 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist im Jahresvergleich um rund 67.000 zurückgegangen. In Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten sank die Zahl um 48.000. Auch bei den größeren Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten sank die Zahl der offenen Stellen um 32.000.
Der im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal berichtete Rückgang um insgesamt 146.100 Stellen fällt damit gegenüber dem in der vorherigen Ausgabe des Monitors zum dritten Quartal 2025 berichteten Wert um 100.000 Stellen geringer aus. Auffallend ist hier insbesondere die deutliche Abschwächung des Rückgangs bei den kleineren Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten. Zur Erläuterung: Im dritten Quartal 2025 belief sich der Rückgang gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal in dieser Größenklasse noch auf 161.000 Beschäftigte – im vierten Quartal 2025 waren es nur noch 67.000 Beschäftigte weniger als ein Jahr zuvor. zurückging.
Im relativen Vergleich sank die Zahl an offenen Stellen gegenüber dem Vorjahresquartal bei den Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten um 8 Prozent, bei den Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten um 15 Prozent und bei Betrieben mit mindestens 250 Beschäftigten um 12 Prozent.
Die Anspannung des Arbeitsmarktes bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres
Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen ist ein Indikator dafür, wie schwierig es für Arbeitsuchende ist, eine neue Stelle zu finden. Das umgekehrte Verhältnis wird als Arbeitsmarktanspannung bezeichnet und stellt aus Sicht der Betriebe die Zahl der Arbeitskräfte, die die Betriebe einstellen möchten, dem Angebot an arbeitslosen Arbeitskräften gegenüber.
Je niedriger das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen ist und je höher damit die Arbeitsmarktanspannung ausfällt, desto mehr Schwierigkeiten dürften Betriebe – unter sonst gleichen Bedingungen – haben, ihre offenen Stellen zu besetzen. Wie zwei IAB-Studien zeigen, die als IAB-Kurzbericht 23/2018 und IAB-Kurzbericht 12/2023 erschienen sind, geht eine höhere Arbeitsmarktanspannung – aus Perspektive der Betriebe – mit einer geringeren Anzahl an Bewerbungen, einer längeren Suchdauer, einer größeren Anzahl an Suchkanälen sowie höheren Einstellungskosten einher.
Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen hatte Ende 2022 im langjährigen Vergleich einen Tiefstand erreicht. Kamen im vierten Quartal 2011 rund 3,0 Arbeitslose auf eine offene Stelle, betrug das Verhältnis im vierten Quartal 2022 mit 1,2 Arbeitslosen pro offener Stelle nur noch knapp ein Drittel des damaligen Werts (siehe Abbildung 4). Seither hat sich das Verhältnis wieder fast verdoppelt und beläuft sich im vierten Quartal 2025 auf 2,3 Arbeitslose pro offener Stelle. Der gegenüber dem vierten Quartal 2024 gemessene Anstieg von 2,0 auf nun 2,3 Arbeitslose pro offener Stelle ist sowohl eine Folge der gesunkenen Zahl an offenen Stellen als auch der gestiegenen Arbeitslosigkeit.
In den pandemiebedingten Lockdown-Phasen waren Niveau und Entwicklung der Arbeitslosen-Stellen-Relation in Ost- und Westdeutschland sehr ähnlich, zuletzt lag die Relation von Arbeitslosen zu offenen Stellen in Ostdeutschland jedoch wieder über dem westdeutschen Wert.
Die Vakanzrate steigt auch saisonbedingt in Ost- und Westdeutschland
Ein anderer Indikator für betriebliche Rekrutierungsschwierigkeiten ist die Vakanzrate. Sie misst den Anteil der sofort zu besetzenden offenen Stellen an der gesamten Arbeitsnachfrage der Betriebe. Die gesamte betriebliche Arbeitsnachfrage entspricht der Summe aus der realisierten Nachfrage, genauer gesagt der Beschäftigung, und der kurzfristig nicht realisierten Nachfrage, also den sofort zu besetzenden offenen Stellen. Mit letzterer sind offene Stellen gemeint, bei denen der vom Betrieb gewünschte Arbeitsbeginn bereits überschritten ist und die Arbeitsstelle deshalb zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit (anders als bei später zu besetzenden offenen Stellen) tatsächlich unbesetzt ist.
Die Vakanzrate hatte im vierten Quartal 2022 mit 4,5 Prozent einen Höchstwert erreicht. Seither ist die Rate wieder deutlich gesunken. Im vierten Quartal 2025 lag sie bundesweit bei 2,8 Prozent. Auf 100 von den Betrieben nachgefragte Arbeitskräfte kamen also zuletzt 2,8 sofort zu besetzende offene Stellen (siehe Abbildung 5). Die Vakanzrate bewegt sich damit – trotz eines Anstiegs im Vergleich zum Vorquartal – weiterhin auf dem niedrigen Niveau der Corona-Lockdown-Phasen von 2020/2021, als beispielsweise im vierten Quartal 2020 die Vakanzrate ebenfalls bei 2,8 sofort zu besetzenden offenen Stellen je 100 von den Betrieben nachgefragten Arbeitskräften lag. Die aktuell niedrige Vakanzrate ist – trotz ihres Anstiegs gegenüber dem dritten Quartal 2025 – ein Indikator für einen im Vergleich zu 2022 und 2019 aus Betriebsperspektive weniger stark angespannten Arbeitsmarkt.
Fazit
Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, insbesondere durch Digitalisierung und Dekarbonisierung. Zudem wird die Erwerbsbevölkerung in Deutschland in den nächsten Jahren demografiebedingt schrumpfen. Der Renteneintritt der Babyboomer-Generation wird bis zum Jahr 2035 den Ersatzbedarf der Betriebe steigern und bereits bestehende Probleme bei der Suche nach Fachkräften verschärfen.
Unterm Strich ist die Anzahl der offenen Stellen im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal um 10 Prozent zurückgegangen. Der bisher gegenüber dem Vorjahresquartal gemessene Rückgang setzt sich damit weiter fort, jedoch nun deutlich weniger intensiv als noch in den vergangenen zwei Jahren an dieser Stelle berichtet. Die schwache konjunkturelle Lage, aber auch die Transformation der Wirtschaft, hinterlassen am Arbeitsmarkt deutliche Spuren bei der betrieblichen Nachfrage nach Arbeitskräften, wobei sich gegenüber dem dritten Quartal 2025 eine erste Erholung auf niedrigem Niveau abzeichnet.
Im Vorjahresvergleich ist in den Wirtschaftsbereichen nun eine heterogenere Entwicklung zu beobachten. Während viele Teilbranchen des Dienstleistungsbereichs nach wie vor deutlich zurückhaltender am Arbeitsmarkt agieren, zeigt sich im vierten Quartal 2025 insbesondere in der Baubranche eine gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegene Zahl an offenen Stellen. Gegenüber dem Vorquartal ist die Zahl der offenen Stellen insgesamt (auch saisonbereinigt) gestiegen.
Die Vakanzrate ist gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken und liegt damit deutlich unter dem Höchstwert im vierten Quartal 2022. Auch das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen ist gegenüber dem Vorjahresquartal weiter gestiegen und liegt im vierten Quartal 2025 bei einem Wert von 2,3. Dieser Anstieg ist sowohl eine Folge der gesunkenen Zahl an offenen Stellen als auch der gestiegenen Arbeitslosigkeit und spiegelt eine deutliche Abnahme der Arbeitsmarktanspannung wider.
Der Rückgang bei der Zahl der offenen Stellen ist aktuell einer Seitwärtsbewegung gewichen. Die Folgen von schwacher Konjunktur, Unsicherheit und Krisen sind immer noch spürbar. Es besteht aber die Chance, dass sich die Impulse aus den Fiskalpaketen der Bundesregierung zu einem nachhaltigen Wachstum verstetigen und so auch dem Arbeitsmarkt wieder ein wenig mehr Schwung verleihen.
Die hier veröffentlichten Daten und weitere Informationen können auf der Website der IAB-Stellenerhebung heruntergeladen werden.
Die IAB-Stellenerhebung
Die IAB-Stellenerhebung wird als repräsentative Quartalsbefragung im Auftrag des IAB durchgeführt. Die Erhebung erfolgt seit 1989 im vierten Quartal jedes Jahres mit einem mehrteiligen Fragebogen. Es handelt sich um die einzige Befragung in Deutschland, die repräsentativ die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Arbeitskräftebedarfs misst und Informationen zu den betrieblichen Rekrutierungsprozessen erhebt. Seit dem vierten Quartal 2005 wird die Zahl der offenen Stellen für jedes Quartal erhoben (für weitere Informationen zur IAB-Stellenerhebung siehe Bossler et al. 2020).
In der Hauptbefragung im vierten Quartal jedes Jahres werden jeweils etwa 7 Prozent der deutschen Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kontaktiert. Der endgültige Rücklauf lag im vierten Quartal bisher zwischen 11.500 und 20.850 auswertbaren Fragebögen. Im ersten, zweiten und dritten Quartal des Folgejahres werden die Betriebe und Verwaltungen, die an der Hauptbefragung im vierten Quartal teilgenommen haben, erneut mit kurzen Nachbefragungen kontaktiert, um die Entwicklungen der Arbeitskräftenachfrage unterjährig zu aktualisieren. Auf dieser Basis werden für jedes Quartal repräsentative Aussagen getrennt für Ost- und Westdeutschland, für 6 Betriebsgrößenklassen sowie für 24 Wirtschaftszweige getroffen.
Bei den Angaben aus der IAB-Stellenerhebung handelt es sich nicht um administrativ erfasste Zahlen, sondern um hochgerechnete Werte aus einer Stichprobe, die mit einer gewissen Ungenauigkeit einhergehen. Bei der Interpretation sollte deshalb berücksichtigt werden, dass sich Veränderungen der Zahlenwerte zum Teil im Bereich des Stichprobenfehlers bewegen. Die Ungenauigkeit nimmt bei Betrachtung kleinerer Substichproben zu.
Die auf Basis der IAB- Stellenerhebung hochgerechnete Zahl der gemeldeten offenen Stellen weicht üblicherweise von der durch die BA-Statistik ausgewiesenen Zahl der gemeldeten offenen Stellen ab, da es sich bei der IAB-Stellenerhebung um eine Befragung von Betrieben handelt, bei der BA-Statistik der gemeldeten offenen Stellen hingegen um eine prozessproduzierte Statistik. Die Abweichungen sind in der Regel geringer, wenn man den Wirtschaftszweig Arbeitnehmerüberlassung ausklammert, da dessen Betriebe ein besonderes Meldeverhalten aufweisen. Eine ausführliche Beschreibung der Unterschiede zwischen der BA-Statistik der gemeldeten Stellen und den auf Basis der IAB-Stellenerhebung berichteten gemeldeten Stellen findet sich im Qualitätsbericht „Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen“ sowie im Methodenbericht „Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen“.
In aller Kürze
- Das von den Betrieben im vierten Quartal 2025 berichtete Stellenangebot liegt mit 1,26 Millionen offenen Stellen rund 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
- Gegenüber dem dritten Quartal 2025 stieg die Zahl der berichteten offenen Stellen auch saisonbedingt um rund 22 Prozent.
- Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt der stärkste absolute Rückgang in den Bereichen „Unternehmensnahe Dienstleistungen“ sowie „Sonstige Dienstleistungen“ vor. Das stärkste Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal ist im vierten Quartal 2025 im Bausektor zu beobachten.
- Auf 100 von den Betrieben nachgefragte Arbeitskräfte kommen im vierten Quartal 2025 rund 2,3 sofort zu besetzende offene Stellen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist dieser Wert gestiegen, gegenüber den dritten Quartal 2025 hingegen gesunken.
Literatur
Bossler, Mario; Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Küfner, Benjamin; Lochner, Benjamin (2020): The IAB Job Vacancy Survey: design and research potential. In: Journal for labour market research, Jg. 54, H. 1.
Bossler, Mario; Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Moczall, Andreas (2018): IAB-Stellenerhebung von 1992 bis 2017: So wenige Arbeitslose pro offene Stelle wie nie in den vergangenen 25 Jahren. IAB-Kurzbericht Nr. 23.
Bossler, Mario; Popp, Martin (2023): Arbeitsmarktanspannung aus beruflicher und regionaler Sicht: Die steigende Knappheit an Arbeitskräften bremst das Beschäftigungswachstum. IAB-Kurzbericht Nr. 12.
Fitzenberger, Bernd; Kagerl, Christian (2025): Arbeitsmarkt im Wandel. Deutschland muss die Transformation annehmen, um seine Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. IAB-Forschungsbericht Nr. 12.
Gartner, Hermann; Hellwagner, Timon; Hummel, Markus; Hutter, Christian; Lochner, Benjamin; Wanger, Susanne; Weber, Enzo; Zika, Gerd (2025): IAB-Prognose 2025/2026: Fiskalpolitik stützt Konjunktur und Arbeitsmarkt. IAB-Kurzbericht Nr. 19.
Gartner, Hermann; Weber, Enzo (2026): Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – Januar 2026. In: IAB-Forum, 30.01.2026.
Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Popp, Martin (2025): IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf 3/2025: Die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt bei kleineren Betrieben am stärksten. In: IAB-Forum 18.12.2025.
Hutter, Christian; Weber, Enzo (2025): Konjunktur und Transformation: die kritische Gemengelage am Arbeitsmarkt. In: IAB-Forum, 23.01.2025.
Hutter, Christian; Weber, Enzo (2026): IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarktausblick ohne Kraft. Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 28.01.2026.
Kubis, Alexander (2026): IAB-Stellenerhebung 4/2025: Zahl der offenen Stellen steigt auch saisonbedingt auf 1,26 Millionen, In: IAB-Forum, 05.03.2026.
Leber, Ute; Oberfichtner, Michael; Schwengler, Barbara (2026): Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Deutschland ist weiterhin angespannt, In: IAB-Forum, 11.01.2026.
Beitragsbild: Dmitry Nikolaev/stock.adobe.com
DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260312.01
Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Popp, Martin (2026): IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf 4/2025: Die Zahl der offenen Stellen konsolidiert sich auf niedrigerem Niveau, In: IAB-Forum 12. März 2026, https://iab-forum.de/iab-monitor-arbeitskraeftebedarf-4-2025/, Abrufdatum: 12. March 2026
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Autoren:
- Nicole Gürtzgen
- Alexander Kubis
- Martin Popp

Prof. Dr. Nicole Gürtzgen leitet den Forschungsbereich „Arbeitsmarktprozesse und Institutionen“ am IAB und hat eine Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Arbeitsmarktforschung, an der Universität Regensburg inne.
Dr. Alexander Kubis ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich „Arbeitsmarktprozesse und Institutionen“ am IAB.
Martin Popp ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich „Arbeitsmarktprozesse und Institutionen“ am IAB.