Die Wechseljahre sind mehr als ein privates Thema, das zeigen Befragungsergebnisse der IAB-Online-Personenbefragung „Arbeiten und Leben in Deutschland“ (IAB-OPAL). So sehen mit 78 Prozent die meisten Frauen Wechseljahre klar als eine Angelegenheit, die sowohl Frauen als auch Männer etwas angeht – und zwar unabhängig davon, ob die Befragten selbst in einem Alter sind, in dem die Wechseljahre üblicherweise auftreten. Nur etwa jede zehnte Frau ordnet das Thema ausschließlich Frauen zu, etwa jede neunte hält es für eine rein persönliche Angelegenheit.
Männer stufen das Thema Wechseljahre fast doppelt so häufig als rein persönliche Angelegenheit ein wie Frauen (22 versus 11 bzw. 12 Prozent). Auch der Anteil der Männer, die Wechseljahre ausschließlich als Angelegenheit der Frauen sehen, liegt höher als bei den Frauen. Gleichwohl sieht eine deutliche Mehrheit der befragten Männer die Wechseljahre als gemeinsames Thema von Frauen und Männern, auch wenn der Anteil mit 63 Prozent etwas niedriger liegt als bei den Frauen. Insofern dürfte mehr Aufklärung zu diesem Thema von Frauen wie von Männern begrüßt werden. Gerade in gemischt arbeitenden Teams könnte dies zu mehr Sensibilität und Unterstützung für die betroffenen Frauen führen.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Den Betrieben kommt hier eine besondere Rolle zu. Um das Thema Wechseljahre stärker im Arbeitsalltag zu verorten, sollten Unternehmen dieses aufgreifen und Angebote zur Information, Aufklärung und Begleitung der Beschäftigten entwickeln. Dabei geht es darum, Wissen über die Wechseljahre und mögliche Beschwerden zu vermitteln, bestehende Unterstützungsbedarfe sichtbar zu machen und Beschäftigte dabei zu unterstützen, mit den damit verbundenen Herausforderungen im Arbeitsalltag umzugehen. Bislang wird das Thema in vielen Betrieben allerdings kaum offen angesprochen. Um einen offeneren Umgang damit im Arbeitsalltag zu fördern, sollten auch männliche Beschäftigte in angemessener Weise aufgeklärt werden – nicht zuletzt in der Führungsebene.