8. Juni 2026 | Gesamtwirtschaft
IAB-Stellenerhebung 1/2026: Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem Vormarsch
Im ersten Quartal 2026 waren in Westdeutschland 919.000 offene Stellen zu besetzen, in Ostdeutschland rund 234.200. Bundesweit waren im ersten Quartal dieses Jahres rund 79 Prozent der Stellen sofort zu besetzen, das heißt sie waren bereits unbesetzt.
Bundesweit kamen auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene offene Stellen durchschnittlich 264 arbeitslos gemeldete Personen. Das sind 13 Arbeitslose mehr als noch im Vorjahresquartal sowie 33 mehr als im Vorquartal. Der Anstieg der Arbeitslosen-Stellen-Relation gegenüber dem Vorquartal ist sowohl eine Folge des Rückgangs der offenen Stellen als auch einer gestiegenen Zahl von Arbeitslosen. Die Arbeitslosen-Stellen-Relation lag damit im ersten Quartal 2026 in Ostdeutschland bei durchschnittlich 301, in Westdeutschland bei 254 arbeitslos gemeldeten Personen pro 100 offene Stellen. Je höher diese Relation, desto leichter ist es für Arbeitgeber, offene Stellen zu besetzen und desto schwieriger für Arbeitsuchende, eine neue Stelle zu finden.
Das aktuelle Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen spiegelt einen nach wie vor schwachen Arbeitsmarkt wider. Gleichzeitig gibt es zum Teil erhebliche berufs- und anforderungsspezifische Passungsprobleme. So erforderten im vierten Quartal 2025 lediglich 24 Prozent der offenen Stellen keinen Berufsabschluss, also rund 304.700. Zur gleichen Zeit suchte mit 2,23 Millionen Personen fast die Hälfte aller Arbeitsuchenden (48 %) nur im sogenannten Helferbereich eine neue Beschäftigung.
Wenn die Betriebe neues Personal suchen, dann nutzen sie hierfür verschiedene Such- und Besetzungswege. Die Betriebe werden im Rahmen der IAB-Stellenerhebung regelmäßig gefragt, welche Suchwege sie bei ihren Neueinstellungen genutzt haben und welcher Weg letztlich entscheidend für die Stellenbesetzung war (siehe Abbildung). Dabei wird nur nach der Einstellung von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gefragt, Auszubildende sowie geringfügig Beschäftigte werden nicht berücksichtigt.
Neben den verschiedenen Online-Plattformen war die Personalsuche über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte auch im Jahr 2025 ein wichtiger betrieblicher Such- und der wichtigste Besetzungsweg: Bei 48 Prozent aller erfolgreichen Stellenbesetzungen haben Betriebe (auch) über diesen Weg gesucht. Bei 27 Prozent der Neueinstellungen war er aus betrieblicher Sicht sogar entscheidend für die erfolgreiche Besetzung der Stelle.
Auch wenn die Suche über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte damit weiterhin einer der wichtigsten Besetzungswege ist, zeigt sich, dass insbesondere die verschiedenen Online-Medien stark auf dem Vormarsch sind: Online-Portale wie die JobSuche der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder private Internet-Jobbörsen, die eigene Firmen-Homepage, aber auch die Personalsuche über die sozialen Medien waren zusammen in gut der Hälfte der Fälle (52 %) entscheidend für eine erfolgreiche Besetzung im Jahr 2025. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 47 Prozent. Bei 82 Prozent der Neueinstellungen hatten die Betriebe vorher über mindestens einen dieser digitalen Wege nach geeigneten Personen gesucht.
Bei allen Suchwegen ist davon auszugehen, dass ihre Reichweite insofern eingeschränkt sein dürfte, als damit immer nur ein gewisser Teil der relevanten Zielgruppe angesprochen wird. Das gilt für eine Annonce in einer Zeitschrift genauso wie für ein Stellenportal im Internet oder für den Weg über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte.
In aller Kürze
- Im ersten Quartal 2026 gab es bundesweit 1,15 Millionen offene Stellen. Gegenüber dem Vorquartal lag die Zahl der offenen Stellen um 105.800 oder rund 8 Prozent niedriger. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 fiel der Rückgang mit einem Minus von 23.800 oder rund 2 Prozent geringer aus.
- Auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene offene Stellen kommen rund 264 arbeitslos gemeldete Personen, rund 13 Arbeitslose mehr als noch im Vorjahresquartal gemessen.
- Die betriebliche Suche über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte war 2025 bei 27 Prozent der Neueinstellungen entscheidend für die erfolgreiche Besetzung der Stelle.
- Online-Medien sind bei der betrieblichen Personalsuche auf dem Vormarsch. Im Jahr 2025 waren Online-Portale, die eigene Firmen-Homepage und/oder Aktivitäten in den sozialen Medien bei gut der Hälfte der Neueinstellungen entscheidend für den Besetzungserfolg.
Die IAB-Stellenerhebung
Das IAB untersucht mit der IAB-Stellenerhebung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im ersten Quartal 2026 wurden Antworten von 9.342 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet. Aktuelle Zahlen zur (langfristigen) Entwicklung der offenen Stellen sowie weiterer Kenngrößen auf Basis der IAB-Stellenerhebung finden Sie auf der IAB-Website. Die aktualisierte Ausgabe des IAB-Monitors Arbeitskräftebedarf 1/2026 ist ab dem 11. Juni 2026 im IAB-Forum abrufbar.
DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260608.01
Kubis, Alexander (2026): IAB-Stellenerhebung 1/2026: Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem Vormarsch, In: IAB-Forum 8. Juni 2026, https://iab-forum.de/online-medien-sind-bei-der-personalsuche-auf-dem-vormarsch/, Abrufdatum: 8. June 2026
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Autoren:
- Alexander Kubis