Der Gini-Koeffizient ist ein Konzentrationsmaß zur Quantifizierung von Ungleichverteilungen und findet in der Ökonomie Anwendung zur Beschreibung von Einkommens- und Vermögensungleichheiten. Der Gini-Koeffizient wird aus der sogenannten Lorenzkurve abgeleitet. Zunächst werden Personen in aufsteigender Reihenfolge nach ihren Einkommen/Vermögen sortiert. Die Lorenzkurve setzt den kumulativen Anteil der Personen (x-Achse) in Relation zu den auf diese Personengruppe entfallenden Anteil an der Summe aller Einkommen/Vermögen (y-Achse). Im Zustand völliger Gleichverteilung stellt die Lorenzkurve eine Gerade mit einer Steigung von 45 Grad dar. In einem Szenario mit maximaler Ungleichheit – das heißt eine Person erhält alles und alle restlichen Beschäftigten verfügen über nichts – verläuft die Kurve horizontal bei 0 %, um dann bei der letzten Person sprunghaft auf 100 % anzusteigen. Der Gini-Koeffizient ermittelt die Konzentration der Einkommen/Vermögen, indem er die Abweichung der tatsächlich beobachteten Lorenzkurve von der Lorenzkurve unter völliger Gleichverteilung misst und ins Verhältnis zur Abweichung unter völliger Ungleichverteilung setzt. Der Gini-Koeffizient kann Werte zwischen 0 (völlige Gleichverteilung) und 1 (völlige Ungleichverteilung) annehmen. Multipliziert man den Gini-Koeffizienten mit 100, erhält man den Gini-Index.
Das könnte Sie interessieren...
20. April 2026 | Beruf, Berufswahl und berufliche Arbeitsmärkte
Berufsziele junger Menschen: Die Mehrheit hat einen oder mehrere Berufe im Blick
Prof. Dr. Silke Anger , Dr. Hans Dietrich , Prof. Bernd Fitzenberger, PhD , Anna Heusler , Dr. Duncan Roth , Prof. Dr. Brigitte Schels , Leonie Wicht
Bildungsentscheidungen stellen zentrale Weichen für den weiteren Erwerbsverlauf junger Menschen. Eine neue Befragung des IAB zeigt: Viele Jugendliche haben bereits eine Vorstellung davon, wie es ...weiterlesen
15. April 2026 | Betriebliche Arbeitswelt
Betriebliche Weiterbildung in Krisenzeiten: Die erhoffte Trendwende bleibt aus
Prof. Bernd Fitzenberger, PhD , Dr. Ute Leber , Barbara Schwengler
Nachdem die betrieblichen Weiterbildungsaktivitäten in den ersten beiden Jahren der Corona-Krise massiv eingebrochen waren, haben sie 2022 und 2023 wieder zugenommen. Angesichts der anhaltenden ...weiterlesen
14. April 2026 | Arbeitsmarktpolitik
Wann der Ausbildungsabbruch zur Einkommensfalle wird – und wann nicht
Dr. Kerstin Ostermann , Dr. Alexander Patzina , Katy Morris, PhD
Viele junge Menschen beenden ihre Berufsausbildung vorzeitig, obwohl formale Abschlüsse in Deutschland oftmals als Voraussetzung für stabile und gut entlohnte Beschäftigungsverhältnisse gelten. ...weiterlesen
