10. September 2026 | Serie „Arbeitskräftesicherung“
IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf 2/2026: Die Zahl der offenen Stellen ist insbesondere bei unternehmensnahen Dienstleistungen rückläufig
Laut den Daten aus der IAB-Stellenerhebung gab es im zweiten Quartal 2026 bundesweit 1,02 Millionen offene Stellen (siehe Abbildung 1). Im Vergleich zum Höchststand mit fast 2 Millionen offenen Stellen im vierten Quartal 2022 ist dies ein deutlicher Rückgang (minus 48 Prozent). Gegenüber dem Vorquartal lag die Zahl der offenen Stellen im zweiten Quartal 2026 bundesweit rund 129.800 Stellen oder 11 Prozent niedriger. Im Vorjahresvergleich – also zum zweiten Quartal 2025 – fällt der Rückgang mit 35.000 Stellen oder rund 3 Prozent geringer aus. Der in den letzten Jahren beobachtete Abwärtstrend setzt sich damit moderat fort.
Die Zahl der offenen Stellen setzt sich aus den der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten sowie den über andere Suchkanäle ausgeschriebenen offenen Stellen zusammen. Von den 1,02 Millionen offenen Stellen waren im zweiten Quartal dieses Jahres laut Angaben der Betriebe 581.900 der BA gemeldet. Dies entspricht einer Meldequote von 52 Prozent.
Insgesamt ist der deutsche Arbeitsmarkt nach wie vor durch eine deutliche Schwächephase gekennzeichnet. Internationale Konflikte, aber auch strukturelle Probleme im Inland haben die Personalnachfrage in Deutschland deutlich gebremst. Alexander Kubis und Ignat Stepanok weisen in einem aktuellen Beitrag für das IAB-Forum darauf hin, dass auch die globalen Verwerfungen infolge der aktuellen US-Zollpolitik und die daraus resultierende zusätzliche Unsicherheit der Unternehmen den erhofften Aufschwung am Arbeitsmarkt erschweren.
Neben konjunkturellen Einflüssen wird die Arbeitsmarktdynamik auch in den kommenden Jahren durch tiefgreifende und langfristig wirksame Transformationsprozesse geprägt, insbesondere die Digitalisierung, den demografischen Wandel und die Dekarbonisierung. Wie Christian Hutter und Enzo Weber in einem 2025 ebenfalls im IAB-Forum erschienenen Beitrag zeigen, wirken sich diese Prozesse zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus und trugen zuletzt nach Einschätzung der Arbeitsagenturen zunehmend zum Anstieg der Arbeitslosigkeit bei.
Bernd Fitzenberger und Christian Kagerl weisen im IAB-Forschungsbericht 12/2025 darauf hin, dass die lahmende Produktivitätsentwicklung, insbesondere in der Industrie, in Verbindung mit einer schwächelnden Exportnachfrage auf einen Rückgang der deutschen Wettbewerbsfähigkeit schließen lässt.
Hermann Gartner und andere sprechen in ihrer IAB-Konjunkturprognose für 2026 in diesem Zusammenhang von einer Transformationskrise, die seit 2022 mit einer rezessiven Phase der deutschen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes einhergeht. Die Konjunktur profitiert zwar von den aktuellen Fiskalpaketen, so ihre Einschätzung, es sind jedoch auch neue geopolitische Risiken hinzugekommen.
Insgesamt dürfte sich der Arbeitsmarkt langsam wieder stabilisieren, wenn auch die Beschäftigungsentwicklung an seine Grenzen stößt. Gleichwohl bleibt die wirtschaftliche Lage gerade für exportabhängige Betriebe (insbesondere bei Exporten in die USA) derzeit besonders schwierig, wie Ute Leber und andere in einem Beitrag für das IAB-Forum belegen.
Energiepreiserhöhungen infolge des Irankriegs dämpfen die Kaufkraft und erhöhen die Produktionskosten. Die aktuellen Konjunkturindikatoren, insbesondere die vom Statistischen Bundesamt berichtete Auftragslage, haben sich jedoch im Vergleich zum Frühjahr wieder aufgehellt. Hermann Gartner und Enzo Weber weisen in der Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage im August 2026 darauf hin, dass sich ebenso das Geschäftsklima im August weiter verbessert hat. Auch sie sehen in den nächsten Monaten am Arbeitsmarkt jedoch noch keine Besserung. Im August steigt die Arbeitslosigkeit wiederholt im konjunkturnäheren SGB-III-Bereich an.
Die Autoren des IAB-Arbeitsmarktbarometers vom August 2026 weisen darauf hin, dass angesichts der Verluste in der Industrie sowie der jüngsten Ölpreisschocks ein klarer Aufschwung am Arbeitsmarkt noch nicht absehbar ist. Die Flaute am Arbeitsmarkt hält somit an. Die Rahmenbedingungen lassen derzeit auch keine größeren Beschäftigungszuwächse erwarten. Im August 2026 lag die Zahl der registrierten Arbeitslosen über der psychologisch wichtigen Marke von drei Millionen.
Unternehmensnahe Dienstleistungen mit Rückgängen bei der Arbeitskräftenachfrage
In vielen Branchen ist das Stellenangebot gegenüber dem Vorjahresquartal nach wie vor rückläufig (siehe Abbildung 2). Die Entwicklung der offenen Stellen im Jahresvergleich variiert dabei sehr stark zwischen den Wirtschaftsbereichen. Der Wirtschaftsbereich „Unternehmensnahe Dienstleistungen“ verzeichnet – wie bereits in den drei Vorquartalen – im Vergleich zum Vorjahresquartal den stärksten absoluten Rückgang von rund 62.000 Stellen unter den hier aufgeführten Wirtschaftsbereichen. Die Zahl der offenen Stellen fällt in dieser Branche um 23 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal. Die Gruppe der unternehmensnahen Dienstleistungen setzt sich zusammen aus den Wirtschaftsabschnitten „Grundstücks- und Wohnungswesen“, „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ sowie der „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“, wobei zu letzterem unter anderem der Teilbereich Arbeitnehmerüberlassung gehört.
Die Nachfrage nach unternehmensnahen Dienstleistungen hängt üblicherweise in erheblichem Umfang von der Geschäftstätigkeit und Arbeitsnachfrage anderer Unternehmen ab. Das Fehlen von Auftragsspitzen bei den Unternehmen senkt beispielsweise den Bedarf an (vergleichsweise flexibel einzusetzenden) Leiharbeiter*innen. Auch Beratung und technische Dienstleistungen reagieren schnell auf eine schwächere Nachfrage anderer Branchen.
Weitere Branchen mit einem stärkeren absoluten Rückgang sind die öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung und das verarbeitende Gewerbe. Die Zahl der offenen Stellen fällt im Bereich „Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung“ um 14.500 beziehungsweise 29 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal. Im verarbeitenden Gewerbe ist der absolute Rückgang mit einem Minus von 8.000 Stellen etwas geringer.
Der Bereich „Sonstige Dienstleistungen“ verzeichnet nach zuletzt sehr starken Rückgängen wieder einen Zuwachs an offenen Stellen, liegt mit nun 308.000 offenen Stellen aber weiterhin deutlich unter seinem Höchststand vom vierten Quartal 2022 mit damals 571.500 Stellen. Der aktuelle Zuwachs resultiert zu einem großen Teil aus einem im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhten Stellenangebot im Teilbereich „Gesundheits- und Sozialwesen“. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist außerdem die Zahl der offenen Stellen im Baugewerbe um 19.700 gestiegen.
Die anderen in der Abbildung dargestellten Wirtschaftsbereiche verzeichnen gegenüber dem Vorjahresquartal entweder einen leichten Stellenzuwachs oder einen leichten Stellenabbau. Das Stellenniveau verbleibt dort also in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Allerdings unterscheiden sich die hier ausgewiesenen Branchen in ihrer absoluten Größe zum Teil sehr stark voneinander. Daher kann eine vergleichsweise kleine absolute Veränderung in einer kleinen Branche (beispielsweise dem Bergbau) einer relativ starken prozentualen Veränderung entsprechen, wenn man diese in Bezug zur Gesamtzahl der offenen Stellen in dieser Branche setzt. Angesichts der geringen Fallzahlen für kleine Branchen ist hier jedoch von einer relativ hohen statistischen Unsicherheit auszugehen.
Die Arbeitskräftenachfrage ist aktuell in großen Betrieben rückläufig
Die Entwicklung der offenen Stellen zeigt für die in der IAB-Stellenerhebung ausgewerteten Betriebsgrößenklassen im Vergleich zu den Vorquartalen ein verändertes Bild (siehe Abbildung 3). Der zuletzt mehrfach berichtete starke Rückgang an offenen Stellen bei kleineren Betrieben setzt sich derzeit nicht mehr fort (die ausgewiesenen Zahlen beziehen sich auf das gesamte Stellenangebot in der jeweiligen Größenklasse, nicht auf einzelne Betriebe).
Der Bestand an offenen Stellen für Betriebe mit weniger als 50 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist nun im Jahresvergleich um rund 600 oder rund 0,1 Prozent gestiegen, liegt aber mit 536.300 offenen Stellen im zweiten Quartal 2026 deutlich unter seinem Höchststand vom vierten Quartal 2022 mit damals über einer Million offener Stellen. In Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten stieg die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahresquartal ebenfalls leicht um 2.900 beziehungsweise um rund 1 Prozent.
Bei den größeren Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten sank die Zahl der offenen Stellen hingegen um 38.400. Im relativen Vergleich bedeutet dies einen Rückgang um rund 13 Prozent.
Rund 2,9 Arbeitslose kommen im Schnitt auf eine offene Stelle
Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen ist ein Indikator dafür, wie schwierig es für Arbeitsuchende ist, eine neue Stelle zu finden. Das umgekehrte Verhältnis wird als Arbeitsmarktanspannung bezeichnet und stellt aus Sicht der Betriebe die Zahl der Arbeitskräfte, die die Betriebe einstellen möchten, dem Angebot an arbeitslosen Arbeitskräften gegenüber.
Je niedriger das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen ist und je höher damit die Arbeitsmarktanspannung ausfällt, desto mehr Schwierigkeiten dürften Betriebe – unter sonst gleichen Bedingungen – haben, ihre offenen Stellen zu besetzen.
Wie zwei IAB-Studien zeigen, die als IAB-Kurzbericht 23/2018 und IAB-Kurzbericht 12/2023 erschienen sind, geht eine höhere Arbeitsmarktanspannung – aus Perspektive der Betriebe – mit einer geringeren Anzahl an Bewerbungen, einer längeren Suchdauer, einer größeren Anzahl an Suchkanälen sowie höheren Einstellungskosten einher.
Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen hatte Ende 2022 im langjährigen Vergleich einen Tiefstand erreicht. Kamen im zweiten Quartal 2011 rund 3,8 Arbeitslose auf eine offene Stelle, betrug das Verhältnis im vierten Quartal 2022 mit 1,2 Arbeitslosen pro offene Stelle weniger als ein Drittel des damaligen Werts (siehe Abbildung 4).
Seither hat sich das Verhältnis wieder deutlich erhöht und beläuft sich im zweiten Quartal 2026 auf 2,9 Arbeitslose pro offene Stelle. Der gegenüber dem zweiten Quartal 2025 gemessene leichte Anstieg von 2,8 auf nun 2,9 Arbeitslose pro offene Stelle ist sowohl eine Folge der gesunkenen Zahl an offenen Stellen als auch der gestiegenen Arbeitslosigkeit.
Niveau und Entwicklung der Arbeitslosen-Stellen-Relation in Ost- und Westdeutschland ähneln sich seit zehn Jahren sehr. Zuletzt war jedoch wieder eine leichte Divergenz zu beobachten. Die Relation von Arbeitslosen zu offenen Stellen in Ostdeutschland ist mit 3,4 nun wieder etwas höher als der aktuelle westdeutschen Wert von 2,8.
Die Vakanzrate bewegt sich aktuell auf dem Niveau von 2016
Ein anderer Indikator für betriebliche Rekrutierungsschwierigkeiten ist die Vakanzrate. Sie misst den Anteil der sofort zu besetzenden offenen Stellen an der gesamten Arbeitsnachfrage der Betriebe. Die gesamte betriebliche Arbeitsnachfrage entspricht der Summe aus der realisierten Nachfrage, genauer gesagt der Beschäftigung, und der kurzfristig nicht realisierten Nachfrage, also den sofort zu besetzenden offenen Stellen. Mit letzterer sind offene Stellen gemeint, bei denen der vom Betrieb gewünschte Arbeitsbeginn bereits überschritten ist und die Arbeitsstelle deshalb zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit (anders als bei später zu besetzenden offenen Stellen) tatsächlich unbesetzt ist.
Die Vakanzrate hatte im vierten Quartal 2022 mit 4,5 Prozent einen Höchstwert erreicht. Seither ist die Rate wieder deutlich gesunken. Im zweiten Quartal 2026 lag sie bundesweit bei 2,3 Prozent. Auf 100 von den Betrieben nachgefragte Arbeitskräfte kamen also zuletzt 2,3 sofort zu besetzende offene Stellen (siehe Abbildung 5).
Die Vakanzrate bewegt sich damit – mit Ausnahme des niedrigen Niveaus der Corona-Lockdown-Phasen von 2020/2021 – wieder auf dem Niveau von 2016, als sie im zweiten Quartal 2016 ebenfalls bei 2,3 sofort zu besetzenden offenen Stellen je 100 von den Betrieben nachgefragten Arbeitskräften lag. Im Vergleich zum im vierten Quartal 2022 gemessenen Höchststand spricht die gesunkene Vakanzrate dafür, dass die betrieblichen Rekrutierungsschwierigkeiten seither deutlich zurückgegangen sein dürften.
Fazit
Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, insbesondere durch Digitalisierung und Dekarbonisierung. Zudem wird die Erwerbsbevölkerung in Deutschland in den nächsten Jahren demografiebedingt schrumpfen. Der Renteneintritt der Babyboomer-Generation wird bis zum Jahr 2035 den Ersatzbedarf der Betriebe steigern und bereits bestehende Probleme bei der Suche nach Fachkräften verschärfen. Auf der anderen Seite dämpft die anhaltend schwache Konjunktur in Deutschland den betrieblichen Bedarf an Arbeitskräften.
Unterm Strich ist die Anzahl der offenen Stellen im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 3 Prozent zurückgegangen. Der gegenüber dem Vorjahresquartal berichtete Rückgang setzt sich damit weiter fort, fällt jedoch etwas weniger stark aus als in den vergangenen Quartalen.
In einzelnen Segmenten ist aufgrund der aktuellen Fiskalpakete einerseits von spürbaren Wachstumsimpulsen auszugehen. Andererseits dämpfen der internationale Zollkonflikt, Energiepreiserhöhungen infolge des Irankriegs ebenso wie die Transformation der inländischen Wirtschaft die betriebliche Nachfrage nach Arbeitskräften merklich.
Im Vorjahresvergleich ist in den Wirtschaftsbereichen aktuell eine heterogenere Entwicklung zu beobachten: Während bei den unternehmensnahen Dienstleistungen, der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherung sowie dem verarbeitenden Gewerbe die Betriebe weniger offene Stellen anbieten, stieg deren Zahl im zweiten Quartal 2026 im Baugewerbe und den sonstigen Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahresquartal leicht.
Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen ist gegenüber dem Vorjahresquartal weiter gestiegen und liegt im zweiten Quartal 2026 bei einem Wert von 2,9. Dieser Anstieg ist sowohl eine Folge der gesunkenen Zahl an offenen Stellen als auch der gestiegenen Arbeitslosigkeit und spiegelt einen Rückgang der betrieblichen Rekrutierungsschwierigkeiten wider.
Gleichzeitig ist die Vakanzrate gegenüber dem Vorjahresquartal rückläufig und liegt mit 2,3 Prozent wieder auf dem Niveau des Jahres 2016. Mit der gegenüber dem Jahr 2022 deutlich gesunkenen Arbeitsmarktanspannung geht einher, dass Betriebe ihre offenen Stellen im Durchschnitt mittlerweile wieder einfacher besetzen können.
Insgesamt nähert sich die betriebliche Nachfrage nach Arbeitskräften langsam der Millionenmarke an, die – abgesehen von einem kurzen Einbruch während der Covid-19-Pandemie – zuletzt im dritten Quartal 2015 unterschritten wurde. Während ein deutlicher Aufschwung am Arbeitsmarkt derzeit nicht absehbar ist, bleibt abzuwarten, ob die aktuell vergleichsweise niedrige Zahl an offenen Stellen eine Talsohle markiert und der Arbeitsmarkt langsam wieder ein wenig mehr an Auftrieb gewinnt.
Die hier veröffentlichten Daten und weitere Informationen können auf der Website der IAB-Stellenerhebung heruntergeladen werden.
Die IAB-Stellenerhebung
Die IAB-Stellenerhebung wird als repräsentative Quartalsbefragung im Auftrag des IAB durchgeführt. Die Erhebung erfolgt seit 1989 im vierten Quartal jedes Jahres mit einem mehrteiligen Fragebogen. Es handelt sich um die einzige Befragung in Deutschland, die repräsentativ die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Arbeitskräftebedarfs misst und Informationen zu den betrieblichen Rekrutierungsprozessen erhebt. Seit dem vierten Quartal 2005 wird die Zahl der offenen Stellen für jedes Quartal erhoben (für weitere Informationen zur IAB-Stellenerhebung siehe Bossler et al. 2020).
In der Hauptbefragung im vierten Quartal jedes Jahres werden jeweils etwa 7 Prozent der deutschen Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kontaktiert. Der endgültige Rücklauf lag im vierten Quartal bisher zwischen 11.500 und 20.850 auswertbaren Fragebögen. Im ersten, zweiten und dritten Quartal des Folgejahres werden die Betriebe und Verwaltungen, die an der Hauptbefragung im vierten Quartal teilgenommen haben, erneut mit kurzen Nachbefragungen kontaktiert, um die Entwicklungen der Arbeitskräftenachfrage unterjährig zu aktualisieren. Auf dieser Basis werden für jedes Quartal repräsentative Aussagen getrennt für Ost- und Westdeutschland, für 6 Betriebsgrößenklassen sowie für 24 Wirtschaftszweige getroffen.
Bei den Angaben aus der IAB-Stellenerhebung handelt es sich nicht um administrativ erfasste Zahlen, sondern um hochgerechnete Werte aus einer Stichprobe, die mit einer gewissen Ungenauigkeit einhergehen. Bei der Interpretation sollte deshalb berücksichtigt werden, dass sich Veränderungen der Zahlenwerte zum Teil im Bereich des Stichprobenfehlers bewegen. Die Ungenauigkeit nimmt bei Betrachtung kleinerer Substichproben zu.
Die auf Basis der IAB- Stellenerhebung hochgerechnete Zahl der gemeldeten offenen Stellen weicht üblicherweise von der durch die BA-Statistik ausgewiesenen Zahl der gemeldeten offenen Stellen ab, da es sich bei der IAB-Stellenerhebung um eine Befragung von Betrieben handelt, bei der BA-Statistik der gemeldeten offenen Stellen hingegen um eine prozessproduzierte Statistik. Die Abweichungen sind in der Regel geringer, wenn man den Wirtschaftszweig Arbeitnehmerüberlassung ausklammert, da dessen Betriebe ein besonderes Meldeverhalten aufweisen. Eine ausführliche Beschreibung der Unterschiede zwischen der BA-Statistik der gemeldeten Stellen und den auf Basis der IAB-Stellenerhebung berichteten gemeldeten Stellen findet sich im Qualitätsbericht „Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen“ sowie im Methodenbericht „Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen“.
In aller Kürze
- Das von den Betrieben im zweiten Quartal 2026 berichtete Stellenangebot liegt mit 1,02 Millionen offenen Stellen rund 3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
- Das gesunkene Stellenangebot ist insbesondere auf Rückgänge bei den unternehmensnahen Dienstleistungen, in der öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherung und dem verarbeitenden Gewerbe zurückzuführen.
- In Westdeutschland kommen 2,8 Arbeitslose auf eine offene Stelle, während dieser Wert in Ostdeutschland bei 3,4 liegt.
- Die Vakanzrate als Indikator für betriebliche Rekrutierungsschwierigkeiten bewegt sich mit 2,3 Prozent im zweiten Quartal 2026 wieder auf dem Niveau des Jahres 2016. Der Wert liegt damit deutlich unter dem im vierten Quartal 2022 gemessenen Höchststand.
Literatur
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Bossler, Mario; Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Moczall, Andreas (2018): IAB-Stellenerhebung von 1992 bis 2017: So wenige Arbeitslose pro offene Stelle wie nie in den vergangenen 25 Jahren. IAB-Kurzbericht Nr. 23.
Bossler, Mario; Popp, Martin (2023): Arbeitsmarktanspannung aus beruflicher und regionaler Sicht: Die steigende Knappheit an Arbeitskräften bremst das Beschäftigungswachstum. IAB-Kurzbericht Nr. 12. DOI:10.48720/IAB.KB.2312
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Hutter, Christian; Weber, Enzo (2025): Konjunktur und Transformation: die kritische Gemengelage am Arbeitsmarkt. In: IAB-Forum, 23.1.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250123.01
Hutter, Christian; Weber, Enzo (2026): IAB-Arbeitsmarktbarometer: Flaute hält an. Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 26.8.2026.
Kubis, Alexander; Stepanok, Ignat (2026): Trumps Zollpolitik: Fast jeder fünfte verarbeitende Betrieb spürt die Folgen. In: IAB-Forum, 8.4.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260408.01
Leber, Ute; Oberfichtner, Michael; Schwengler, Barbara (2026): Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Deutschland ist weiterhin angespannt. In: IAB-Forum, 11.1.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260211.01
Bild: Dmitry Nikolaev/stock.adobe.com
Gürtzgen, Nicole; Kubis, Alexander; Popp, Martin (2026): IAB-Monitor Arbeitskräftebedarf 2/2026: Die Zahl der offenen Stellen ist insbesondere bei unternehmensnahen Dienstleistungen rückläufig, In: IAB-Forum 10. September 2026, https://iab-forum.de/iab-monitor-arbeitskraeftebedarf-4-2025-2-2/, Abrufdatum: 10. September 2026
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Autoren:
- Nicole Gürtzgen
- Alexander Kubis
- Martin Popp