22. Oktober 2026 | Jugendliche
Was ausbildungsinteressierte Jugendliche an einem Umzug hindert
Die Mobilitätsbereitschaft junger Menschen gilt als wichtiger Einflussfaktor für den Übergang in eine Berufsausbildung oder ein Studium sowie für die Berufswahl. Denn das Angebot an Lehrstellen, Berufsfachschulen und Hochschulen unterscheidet sich in Deutschland regional – nicht nur zwischen Stadt und Land, sondern auch zwischen unterschiedlichen Arbeitsmarktregionen. Dies betrifft sowohl die Anzahl als auch die inhaltliche Ausrichtung der verfügbaren Ausbildungs- und Studienplätze, denn nicht jeder Wunschberuf oder angestrebte Studiengang ist in Tagespendeldistanz erreichbar.
Für junge Menschen bedeutet dies: Wer zu einem Umzug an einen anderen Ort bereit ist, erweitert die Chancen auf einen individuell passenden und attraktiven Bildungs- und Berufsweg. Gesamtwirtschaftlich kann die Mobilität junger Menschen zum Ausgleich regionaler Ungleichgewichte und zur regionalen Fachkräftesicherung beitragen. Vor diesem Hintergrund stellen Mobilitätszuschüsse oder Wohngeld für Auszubildende wichtige arbeitsmarktpolitische Förderinstrumente dar.
Die meisten jungen Menschen bleiben nach ihrem Schulabschluss in der Nähe ihres Wohnorts
Verschiedenen Studien zufolge bleiben die meisten jungen Menschen nach dem Abschluss der allgemeinbildenden Schule in der Nähe ihres Wohnorts. Laut einer Studie von Jost und anderen aus dem Jahr 2019 absolvieren rund zwei Drittel der betrieblichen Auszubildenden ihre Lehre im Wohnkreis, ein Viertel im Nachbarkreis. Auszubildende mit Abitur sind etwas mobiler als jene mit geringeren Schulabschlüssen, da erstere etwas älter sind und zudem Berufswünsche haben, die weniger stark durch das regionale Angebot geprägt sind (lesen Sie dazu auch eine 2024 erschienene Studie von Weßling und anderen).
Unterschiede in Berufswahl und -orientierung nach Schulzweig sind bereits vor dem Übergang von den Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schule in Ausbildung oder Studium sichtbar: Abiturient*innen geben häufiger mehrere berufliche Optionen an und wägen unterschiedliche Bildungs- und Berufswege ab, wie ein kürzlich im IAB-Forum erschienener Beitrag von Anger und anderen zeigt. Dennoch studiert auch das Gros der Studienanfänger*innen heimatnah, wie etwa eine Studie von Quast und anderen aus dem Jahr 2022 deutlich macht.
Ob sich junge Menschen vorstellen können, für Ausbildung oder Studium an einen anderen Ort umzuziehen, hängt sowohl von rechtlichen und finanziellen als auch von sozialen und emotionalen Faktoren ab. So benötigen Minderjährige die Zustimmung ihrer Eltern. Zudem ist ein Umzug mit finanziellen Kosten verbunden, etwa für die Unterkunft und für Heimfahrten. Gleichzeitig entstehen sogenannte psychologische Kosten, da sich mit einem Umzug der Kontakt und die Nähe zu Familie und Freunden verringert. Junge Menschen können ihrem Heimatort zudem durch regelmäßige Freizeitaktivitäten, etwa in Sportvereinen, verbunden sein. Gerade für Jugendliche, die (noch) keinen Führerschein haben oder sich kein Auto leisten können, kann auch die örtliche Verkehrsinfrastruktur einen erheblichen Unterschied machen. Während finanzielle Belastungen jedoch zumindest teilweise durch Mobilitätszuschüsse abgefedert werden könnten, lassen sich die sozialen und emotionalen Kosten eines Umzugs kaum kompensieren.
Näheren Aufschluss darüber, ob und unter welchen Bedingungen sich junge Menschen einen Umzug für eine Berufsausbildung vorstellen können und welche Überlegungen einer solchen Entscheidung entgegenstehen, gibt eine Befragung in Abschlussklassen allgemeinbildender Schulen im Rahmen der IAB-Studie „BeYou – Berufswahl und Du“. Da die Befragten bereits in Kontakt mit der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren, haben sie sich auch schon aktiv mit ihrem Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium auseinandergesetzt. Im Folgenden werden nur Jugendliche betrachtet, die sich für eine Ausbildung interessieren.
Ein beträchtlicher Teil der Jugendlichen ist grundsätzlich umzugsbereit
Insgesamt kann sich ein beträchtlicher Anteil der befragten Jugendlichen vorstellen, für eine Ausbildung den Wohnort zu wechseln: Für immerhin 47 Prozent der Befragten ist ein Umzug prinzipiell denkbar (siehe Abbildung 1). Davon können sich 33 Prozent einen Umzug in die nähere Umgebung vorstellen, 14 Prozent auch einen deutschlandweiten. Etwas über die Hälfte der Jugendlichen lehnt einen Wohnortwechsel ab (41 %) oder ist sich noch unsicher (13 %).
Zugleich zeigen sich Unterschiede nach Alter, Schulabschluss und Geschlecht. Ältere Jugendliche weisen eine höhere Umzugsbereitschaft auf als jüngere (56 % versus 42 %). Das erscheint plausibel, da mit zunehmendem Alter sowohl die rechtliche und faktische Selbstständigkeit zunimmt.
Damit einhergehend sind Jugendliche mit (unmittelbar bevorstehenden) höheren Schulabschlüssen häufiger umzugsbereit als jene mit mittleren oder niedrigeren Abschlüssen: Während sich 64 Prozent der Abiturient*innen einen Wohnortwechsel vorstellen können, ist dies nur bei 38 Prozent der abgehenden Hauptschüler*innen der Fall.
Geschlechtsspezifische Unterschiede fallen hingegen etwas geringer aus, wenngleich junge Frauen etwas häufiger einen Umzug in Betracht ziehen als junge Männer (53 % versus 43 %). Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass junge Frauen aus der Befragungsgruppe im Durchschnitt älter sind beziehungsweise häufiger ein Gymnasium besuchen als die befragten jungen Männer.
Soziale Bindungen sind das wichtigste Hemmnis
Es gibt eine Reihe von Gründen, warum sich viele Jugendliche einen Umzug aufgrund von Ausbildung oder Studium nicht oder nur bedingt vorstellen können (siehe Abbildung 2). Mit am häufigsten werden soziale und emotionale Gründe genannt: 57 Prozent der befragten Jugendlichen möchten in der Nähe ihrer Familie, ihres Freundeskreises oder ihres vertrauten Umfelds bleiben. Diese psychologischen Faktoren stellen also ein zentrales Hemmnis für räumliche Mobilität dar. Bei 18 Prozent der Befragten spielen auch familiäre Verpflichtungen eine Rolle.
Finanzielle Gründe spielen eine ebenso wichtige Rolle. Die Sorge um hohe Wohnkosten an einem anderen Ort werden von 56 Prozent als Grund für die fehlende Umzugsbereitschaft genannt. Ein ebenfalls häufig genannter Grund sind zu lange und zu teure Heimfahrten, die jeweils 24 Prozent als Hinderungsgrund aufführen.
Infrastrukturelle Gründe die fehlende Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung oder unzureichende Verkehrsanbindung werden deutlich seltener genannt (10 %). Auch soziales oder ehrenamtliches Engagement am Wohnort spielt mit 13 Prozent eine eher untergeordnete Rolle. 12 Prozent der befragten Jugendlichen wiederum geben an, dass sie sich noch keine Gedanken gemacht haben.
Gerade bei älteren und weiblichen Jugendlichen ist das soziale Umfeld ein sehr starkes Mobilitätshemmnis
Eine Differenzierung der wahrgenommenen Hindernisse für einen Umzug nach Alter, Geschlecht und Schulabschluss bestätigt das grundlegende Bild: Das persönliche Umfeld und zu hohe Wohnkosten werden durchweg am häufigsten genannt. Unterschiede zwischen den Subgruppen bestehen jedoch in der Gewichtung der einzelnen Gründe.
Ältere Jugendliche nennen die Nähe zum vertrauten sozialen Umfeld wie auch Wohnkosten insgesamt etwas häufiger als jüngere (persönliches Umfeld: 65 % versus 52 %; Wohnung zu teuer: 62 % versus 53 %, siehe Abbildung 3a). Unterschiede zeigen sich zudem bei weiteren Aspekten: Während jüngere Jugendliche etwas häufiger angeben, sich noch keine Gedanken über einen Umzug gemacht zu haben, spielen bei älteren Jugendlichen Gründe wie lange Fahrtzeiten oder fehlende Infrastruktur und auch familiäre Verpflichtungen eine etwas größere Rolle.
Zwischen den Geschlechtern zeigen sich ebenfalls Unterschiede in den genannten Hemmnissen (siehe Abbildung 3b). Junge Frauen nennen persönliche Bindungen häufiger als Hinderungsgrund für einen Umzug als junge Männer (63 % versus 54 %), was auf eine stärkere Bedeutung des familiären und sozialen Umfelds hindeutet. Wohnkosten werden dagegen von Männern wie Frauen in ähnlichem Umfang angeführt (57 % beziehungsweise 56 %). Männer geben zudem häufiger an, dass ihr Engagement am Wohnort für sie ein Hindernis für einen Umzug darstellt, als Frauen (15 % versus 10 %). Insgesamt unterscheiden sich die Begründungsmuster zwischen den Geschlechtern zwar in ihrer Gewichtung, die Unterschiede sind aber allenfalls moderat.
Auch der Schulabschluss prägt die Wahrnehmung von Hindernissen
Unterschiede bestehen außerdem je nach besuchter Schulart: Jugendliche, die einen Hauptschulabschluss anstreben, nehmen Wohnkosten am häufigsten (55 %) als Hürde für einen Umzug wahr (siehe Abbildung 4). Jugendliche, die einen höheren Schulabschluss anstreben, nennen dagegen vergleichsweise häufiger soziale Gründe, etwa die Nähe zum persönlichen Umfeld (73 % bei Abiturient*innen, 59 % bei Realschüler*innen, 49 % bei Hauptschüler*innen). Bei Abiturient*innen spielen auch infrastrukturelle Aspekte (18 %) sowie die Dauer (37 %) und die Kosten von Heimfahrten (36 %) eine vergleichsweise große Rolle. Nur ein kleiner Anteil gibt an, sich mit einem möglichen Umzug noch nicht auseinandergesetzt zu haben.
Insgesamt deutet dies darauf hin, dass finanzielle Förderinstrumente für Jugendliche unabhängig von ihrem angestrebten Schulabschluss relevant sein könnten, während soziale Bindungen und Fragen der Erreichbarkeit die Mobilitätsentscheidung ebenfalls stark – bei den Jugendlichen mit höheren Abschlüssen sogar stärker – prägen.
Die Unterschiede in der Häufigkeit, mit der einzelne Hemmnisse genannt werden, könnten teilweise auch damit zusammenhängen, dass Jugendliche, die nicht bereit sind umziehen, bei den Abiturient*innen eine kleinere und damit spezifischere Gruppe sind als bei den Jugendlichen mit Real- und Hauptschulabschluss. Neben Alter und Bildungszielen kann hier der sozioökonomische Hintergrund der Jugendlichen bedeutsam sein. Zum aktuellen Zeitpunkt erlauben die verfügbaren Daten dazu allerdings keine Rückschlüsse.
Fazit
Ein nennenswerter Teil der ausbildungsinteressierten jungen Menschen wäre grundsätzlich bereit, für eine Ausbildung den Wohnort zu wechseln. Gleichzeitig berichten die jungen Menschen, die sich einen Umzug nicht oder nur bedingt vorstellen können, von starken finanziellen, sozialen und emotionalen Hemmnissen. So gibt mehr als die Hälfte von ihnen an, im persönlichen Umfeld bleiben zu wollen, und ähnlich viele nennen zu hohe Wohnkosten als Hürde. Darüber hinaus spielen für einen Teil der Jugendlichen lange und teure Heimfahrten eine Rolle.
Insbesondere ältere Jugendliche und solche mit höheren Schulabschlüssen betonen soziale Bindungen und infrastrukturelle Aspekte häufiger, während finanzielle Gründe vor allem für junge Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen zentral sind.
Insgesamt zeigen die Befunde, dass neben finanziellen Faktoren vor allem soziale Verwurzelung und die wahrgenommenen Distanzkosten die Mobilitätsentscheidung junger Menschen prägen. Diese Gründe tragen, vermutlich im Zusammenspiel mit den verfügbaren regionalen Ausbildungsangeboten, dazu bei, dass die tatsächliche räumliche Mobilität beim Eintritt in eine Ausbildung (und möglicherweise auch bei der Aufnahme eines Studiums) weit geringer ist als die grundsätzliche Umzugsbereitschaft junger Menschen.
Finanzielle Hilfen wie Mobilitätszuschüsse senken zwar ökonomische Barrieren, fördern Mobilität allein jedoch nicht nachhaltig, solange die Wohnkosten unberücksichtigt bleiben. Zudem müssen Jugendliche und ihre Eltern über bestehende Fördermöglichkeiten informiert sein, um diese nutzen zu können. Dies betrifft beispielsweise die Berufsausbildungsbeihilfe und das Wohngeld, aber auch die Unterhaltspflicht der Eltern bei der finanziellen Absicherung während der Ausbildung.
Um die Mobilität junger Menschen wirksam zu fördern, sollten Beratungsangebote gezielt ausgebaut werden und frühzeitig ansetzen. Eine kontinuierliche Begleitung im Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium kann dazu beitragen, Unsicherheiten abzubauen und Mobilitätsoptionen realistisch einzuordnen. Insbesondere Absolvent*innen von Haupt- und Realschulen, also die jüngeren Ausbildungsinteressierten, benötigen eine solche Förderung, denn ihre Umzugsbereitschaft ist vergleichsweise gering und sie haben sich dazu seltener Gedanken gemacht als etwa Abiturient*innen.
Angesichts der starken sozialen und emotionalen Bindungen vieler junger Menschen an ihren Wohnort hängt eine fehlende Umzugsbereitschaft allerdings häufig nicht allein mit finanziellen Restriktionen zusammen. Daher gewinnen Ansätze an Bedeutung, die Ausbildungs- und Unterstützungsangebote noch stärker darauf auszurichten, auch die psychologischen Hemmschwellen junger Menschen zu überwinden. Beratung sollte in diesem Zusammenhang nicht nur über die Möglichkeiten eines Wohnortwechsels informieren, sondern auch dazu beitragen, gemeinsam mit den jungen Menschen Alternativen zu entwickeln, die die Bedenken vor einem Wohnortwechsel verringern.
Dazu könnten auch die Ausbildungsbetriebe selbst beitragen. Gerade jüngeren Auszubildenden dürfte der Wechsel in eine fremde Stadt leichter fallen, wenn sie bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum unterstützt werden und dort auch leichter soziale Kontakte knüpfen können. Betriebe könnten beispielsweise günstige Wohnheimplätze vermitteln, in denen mehrere Auszubildende untergebracht sind, oder Tutor*innen als Ansprechpersonen auch außerhalb des Arbeitsalltags einsetzen. Solche Angebote könnten dazu beitragen, gerade jene Hemmnisse zu verringern, die nach den vorliegenden Befunden einer höheren Mobilität entgegenstehen.
In aller Kürze
- Knapp die Hälfte der befragten ausbildungsinteressierten Jugendlichen (47 %) kann sich vorstellen, für eine Ausbildung den Wohnort zu wechseln. Etwas mehr als die Hälfte steht einem Umzug ablehnend gegenüber (41 %) oder ist diesbezüglich noch unsicher (13 %).
- Umzugsbereit sind vor allem ältere Jugendliche und solche mit einem höheren (bevorstehenden) Schulabschluss: 64 Prozent der Abiturient*innen, aber nur 38 Prozent der Jugendlichen in Abschlussklassen an Hauptschulen.
- Die fehlende Umzugsbereitschaft hat vor allem soziale und finanzielle Gründe: 57 Prozent wollen in der Nähe von Familie, Freundeskreis oder im vertrauten Umfeld bleiben, 56 Prozent nennen zu hohe Wohnkosten.
- Lange und teure Heimfahrten (je 24 %) sowie familiäre Verpflichtungen (18 %) spielen ebenfalls eine Rolle. Die bessere Infrastruktur am Heimatort (10 %) und Engagement am Wohnort (13 %) werden dagegen seltener als Hinderungsgrund genannt.
- Die wichtigsten Hürden werden von verschiedenen Subgruppen unterschiedlich häufig genannt: Für Hauptschüler*innen sind Wohnkosten das häufigste Hemmnis für einen Wohnortwechsel, Abiturient*innen nennen häufiger soziale Bindungen und die Erreichbarkeit.
Förderinstrumente wie Mobilitätszuschüsse setzen daher nur an einem Teil der vorhandenen Barrieren an. Ergänzende Maßnahmen könnten daher bezahlbaren Wohnraum und Angebote zur sozialen Integration am neuen Wohnort in den Blick nehmen.
Daten und Methoden
Die Studie „BeYou – Berufswahl und Du“ basiert auf einer Befragung von etwa 6.300 Jugendlichen der Abschlussklassen 2024, die die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Anspruch genommen haben. Für die Stichprobenziehung wurden Informationen aus den Registerdaten der BA genutzt. Jugendliche ohne bisherigen Kontakt zur BA sind in den Daten nicht enthalten.
Aus dieser Datenbasis wurden zwei Zufallsstichproben gezogen: Jugendliche mit Bewerberstatus und solche, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung von den Berufsberater*innen noch nicht als Bewerber*innen für Ausbildungsstellen erfasst wurden. So kann der Berufsorientierungsprozess ganz allgemein für alle Schüler*innen der Abschlussklassen abgebildet werden, unabhängig davon, ob sie an einer Berufsausbildung interessiert sind oder ausreichende Qualifikationen mitbringen und somit als ausbildungsreif erfasst beziehungsweise in den Bewerberpool aufgenommen wurden.
Wichtig für die Einordnung der Ergebnisse nach Bewerberstatus ist, dass sich dieser zwischen dem Zeitpunkt der Stichprobenziehung und der Erstbefragung verändern und die Ergebnisse beeinflussen kann. Die Einladung zur Erstbefragung erfolgte postalisch. Dabei wurden die jungen Erwachsenen zu zwei Zeitpunkten im Verlauf des Abgangsjahrs 2024 (März beziehungsweise Juni) zur Teilnahme an der Erstbefragung eingeladen. Bis zum Frühjahr 2025 erfolgten insgesamt drei weitere Erhebungen, die so den Entscheidungs- und Realisierungsprozess der Schulabgänger*innen zeitnah mitverfolgten. Dank der Panelstruktur und der Verknüpfung mit administrativen Daten des IAB lassen sich die Bildungs- und Erwerbsverläufe der Befragten in Zukunft längerfristig untersuchen.
Bei der Stichprobenziehung wurden junge Menschen berücksichtigt, die eine Abschlussklasse der allgemeinbildenden Schule besuchen und die Berufsberatung der BA erstmalig für das Beratungsjahr 2023/2024 in Anspruch genommen haben. Daher können die Ergebnisse nicht auf alle Schulabgänger*innen oder alle Teilnehmenden der Berufsberatung übertragen werden.
Die Auswertung erfolgte auf Basis gewichteter Daten, um Aussagen über die beschriebene Zielpopulation zu treffen. Gleichwohl kann eine verbleibende Verzerrung der Ergebnisse nicht ausgeschlossen werden, denn die Teilnahme an der Befragung könnte von der Berufsberatung durch die BA beeinflusst sein, sodass die antwortenden Befragten mit Blick auf ihre Bildungs- und Berufsentscheidungen tendenziell besser informiert sind als Personen, die nicht an der Befragung teilgenommen haben.
Literatur
Anger, Silke; Dietrich, Hans; Fitzenberger, Bernd; Heusler, Anna; Roth, Duncan; Scheels, Brigitte; Wicht, Leonie (2025): Was kommt nach der Schule? Ein Drittel der Jugendlichen erwägt mehrere Bildungswege. In: IAB-Forum, 12.11.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251112.01
Anger, Silke; Dietrich, Hans; Fitzenberger, Bernd; Heusler, Anna, Roth, Duncan; Scheels, Brigitte; Wicht, Leonie (2026): Berufsziele junger Menschen: Die Mehrheit hat einen oder mehrere Berufe im Blick. In: IAB-Forum, 20.4.2026. http://dx.doi.org/10.48720/IAB.FOO.20260420.01
Jost, Oskar; Seibert, Holger; Wiethölter, Doris (2019): Regionale Mobilität von Lehrlingen: Auszubildende in MINT-Berufen pendeln besonders häufig. IAB-Kurzbericht Nr. 2
Quast, Heiko; Mentges, Hanna; Föste-Eggers; Dennis. (2022): Should I stay or should I go? Determinanten der räumlichen Distanz zwischen Schul- und Hochschulort. In: Jungbauer-Gans, M., Gottburgsen, A. (eds) Regionale Mobilität und Hochschulbildung. Higher Education Research and Science Studies. Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-36156-3_2
Wessling, Katharina; Detemple, Jonas; Kubitza, Dennis.; Loll, Ines.; Theuer, Nele (2024): Same same but different – Was Regionen mit Ausbildungswünschen und -chancen zu tun haben, und warum das nicht für jede/-n gilt. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Mar-24(3), S. 24-28. Article 3-2024. https://www.bwp-zeitschrift.de/dienst/publikationen/de/19787
Bild: drubig-photo/stock.adobe.com;
DOI: 10.48720.IAB.FOO.20261022.01
Anger, Silke; Demir, Gökay; Heusler, Anna; Schels, Brigitte (2026): Was ausbildungsinteressierte Jugendliche an einem Umzug hindert, In: IAB-Forum 22. Oktober 2026, https://iab-forum.de/https-iab-forum-de-knapp-die-haelfte-der-ausbildungsinteressierten-jugendlichen-koennte-sich-einen-umzug-vorstellen/, Abrufdatum: 22. October 2026
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Autoren:
- Silke Anger
- Gökay Demir
- Anna Heusler
- Brigitte Schels