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Nur internetbasierte Selbstlern-Angebote entziehen sich dem Abwärtstrend
25. Oktober 2023
Das Selbstlernen, das oft zur Bewältigung einer konkreten Aufgabe dient, ist die häufigste Lernform bei Erwachsenen. Am meisten wird dabei Fach- und Sachliteratur gelesen, allerdings nimmt diese Lernform kontinuierlich ab. Laut Nationalem Bildungspanel gaben zuletzt nur noch 45 Prozent der Befragten an, in den letzten 12 Monaten durch Lesen etwas Neues gelernt zu haben. Während der Covid-19-Pandemie brach auch der Besuch von Fachmessen, Kongressen und Fachvorträgen als Lerngelegenheit stark ein. Hingegen scheint das Selbstlernen im Internet oder über Apps immer beliebter zu werden, fast jeder Dritte nutzt solche Lernangebote. Diese Art des informellen Lernens ist meist besonders einfach zugänglich und dürfte künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Geringqualifizierte arbeiten nicht nur in Helfertätigkeiten
21. Juli 2023
Häufig wird angenommen, dass Personen ohne Berufsabschluss „nur“ Helfertätigkeiten ausüben. Tatsächlich liegt dieser Anteil unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei rund 44 Prozent. Aber fast genauso viele arbeiten als Fachkräfte. Darüber hinaus sind 5 Prozent auf Spezialisten-, weitere 5 Prozent auf Expertenniveau beschäftigt. Umgekehrt gibt es aber auch Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem abgeschlossenen Studium, die im Helferbereich arbeiten (14 bzw. 4%). Insofern lässt der formale Bildungsabschluss nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit zu.
Kündigungen durch Beschäftigte dominieren die betrieblichen Personalabgänge
20. Juni 2023
Im Betrachtungszeitraum bilden Kündigungen durch Beschäftigte meist den größten Anteil der Personalabgänge, noch vor den Kündigungen durch die Arbeitgeber, die vor allem in Krisenzeiten an Bedeutung gewinnen. Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass auslaufende Befristungen eine immer geringere Rolle spielen, wohingegen Abgänge in den (Vor-)Ruhestand an Relevanz gewinnen. Zusammen mit den Kündigungen bestimmen letztere einen immer größeren Teil der Arbeitsmarktfluktuation. Damit dürfte die Attraktivität der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Wettbewerb um Fach- und Arbeitskräfte zunehmen wichtiger werden. Die Daten stammen aus dem IAB-Betriebspanel, das dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert.
Erwerbspersonenpotenzial: Deutlicher Rückgang des Arbeitskräfteangebots in den kommenden Jahrzehnten
5. Mai 2023
Nachdem das Arbeitskräfteangebot seit dem Jahr 2000 von etwa 43,4 Millionen auf gut 45,7 Millionen Personen im Jahr 2020 gestiegen ist, dürfte die Zahl der Personen, die dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, bis zum Jahr 2060 auf 40,4 Millionen sinken. Damit nimmt sie über vier Jahrzehnte um rund 11,7 Prozent ab. Der rein demografische Effekt ist stark negativ. Er wird in der Entwicklung nur teilweise durch steigende Erwerbsquoten und positive Nettozuwanderung ausgeglichen. Die Migration verschiebt sich von der EU auf Drittländer. Detaillierte Informationen dazu lesen Sie im IAB-Discussion Paper 5/2023.
Betriebliche Ausbildung: Höhere Übernahmequoten sind nur teilweise auf einen Anstieg der Übernahmen zurückzuführen
14. März 2023
Zwischen 2010 und 2019 ist die Quote der übernommenen Auszubildenden von 61 Prozent auf 77 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung ist auf vermehrte Übernahmen durch die Betriebe (+14%) sowie auf einen Rückgang der Ausbildungsabschlüsse (–10%) zurückzuführen.
Mit Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 gab es einen leichten Anstieg der Abschlüsse, aber auch einem Rückgang der Übernahmen – dadurch sank auch die Übernahmequote vorübergehend. Im weiteren Verlauf der Krise stieg die Übernahmequote und erreichte 2022 wieder das Niveau von 2019, was sich vor allem auf den Rückgang der Ausbildungsabschlüsse zurückführen lässt. Mehr Informationen dazu lesen Sie im IAB-Kurzbericht 3/2023.
Erwerbsbeteiligung von Älteren legt deutlich zu
19. Dezember 2022
Ohne entsprechenden Ausgleich würde das Erwerbspersonenpotenzial aus demografischen Gründen bis 2035 um sieben Millionen Personen schrumpfen. Eine starke Beteiligung älterer Beschäftigter ist wichtig, um diese Schrumpfung auszugleichen.
Tatsächlich nimmt bei den 60- bis 64-Jährigen die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit mehr als 20 Prozentpunkten seit 2012 deutlich zu. Gleichzeitig steigen auch die Erwerbsquoten von Älteren. In den vergangenen zehn Jahren haben sie um rund 16 Prozentpunkte zugelegt. Das entspricht gut einer Million zusätzlichen Arbeitskräften. Zu Beginn der Corona-Pandemie zogen sich manche vom Arbeitsmarkt zurück, danach setzte sich der Positivtrend aber fort.
Reallöhne von Pflegekräften steigen überdurchschnittlich
12. Oktober 2022
Beeinflusst von Corona-Krise und Inflation stagnieren die durchschnittlichen Reallöhne aller Beschäftigten sowie der Fachkräfte und Helfer seit 2019. In den Pflegeberufen hingegen sind die Löhne stärker gewachsen als die Verbraucherpreise. Die preisbereinigten Entgelte der Fachkräfte in der Altenpflege nahmen zwischen 2012 und 2021 mit 25 Prozent am stärksten zu, bei den Helfern waren es 24 Prozent. Auch der reale Lohnzuwachs in der Krankenpflege liegt über dem Durchschnitt (20 % bei den Fachkräften, 12 % bei den Helfern).
Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der Publikation Entgelte von Pflegekräften 2021.
Freie Mitarbeit, Leiharbeit und Praktika erholten sich bis 2021 nur langsam vom coronabedingten Einbruch
21. Juli 2022
Bedingt durch die Covid-19-Pandemie mussten die Betriebe ihre Personalressourcen auf verschiedene Arten anpassen. Neben Maßnahmen wie Kurzarbeit und Arbeitszeitreduzierungen wurde auch externes Personal verringert, also Beschäftigte in freier Mitarbeit sowie Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Pandemiebedingt sank die Anzahl der Praktika ebenfalls. Alle drei Erwerbsformen haben sich im Jahr 2021 von dem starken Einbruch in 2020 nur langsam erholt. Wegen der fehlenden offenen Stellen und Praktika hatten besonders junge Menschen im Übergang zwischen dem Bildungssystem und dem Arbeitsleben keine leichten Einstiegsbedingungen. Einen Überblick über die Entwicklung der Erwerbsstrukturen gibt die Datei „Erwerbsstrukturen im Wandel – Daten aus dem IAB-Betriebspanel“.
Der Befristungsanteil ist in größeren Betrieben höher
13. Mai 2022
Im Jahr 2021 gab es in Deutschland rund 4,0 Millionen sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen. Davon waren 32 Prozent, also rund 1,3 Millionen Stellen befristet. In Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten zeigt sich hierbei ein deutlich höherer Befristungsanteil (38 %) als bei kleineren Betrieben (27 %). Befristungen ohne Sachgrund kommen in größeren Betrieben mit einem Anteil von 27 Prozent fast doppelt so häufig vor wie in kleineren, wo deren Anteil nur bei 14 Prozent liegt. Zu vermuten ist, dass diese Art von Befristungen mehrheitlich als eine Art „verlängerte Probezeit“ genutzt wird. Weitere Aspekte zu „Befristungen bei Neueinstellungen 2021“ lesen Sie in der gleichnamigen IAB-Publikation.